Zahlen steigen: Mehr als 1000 Migranten erreichen die Kanaren im August


Die Kanarischen Inseln verzeichnen wieder deutlich steigende Flüchtlings-Zahlen. Im August kamen mehr als 1000 Migranten an den Küsten der Inseln an. Viele Menschen starben auf hoher See. Das ist die Lage.

Lesedauer: 2 Min.

150 Migranten sind am Wochenende auf den Kanarischen Inseln angekommen. Mit ihnen haben bereits mehr als 1000 Menschen in den ersten drei Wochen des Monats die Kanaren auf der gefährlichsten Fluchtroute der Welt erreicht. Viele weitere haben es nicht geschafft.

Bis zum 15. August erreichten damit etwa ein Viertel mehr Menschen die Kanarischen Inseln als noch im Vorjahr. Das geht aus offiziellen Zahlen der kanarischen Regierung hervor.

Allein im laufenden Monat starben mindestens sechs Menschen auf der Überfahrt mit größtenteils nicht hochseetauglichen Booten vom afrikanischen Kontinent nach Europa. Unter den bestätigten Todesopfern waren zwei Minderjährige. Weitere 18 Menschen starben zudem vor Tarfaya. Unter ihnen waren nach Angaben der NGO Walking Borders sieben Frauen und ein Baby.

Die Opposition attestierte der Regierung Spaniens, dass das Abkommen zwischen Pedro Sánchez und der Regierung von Marokko „gescheitert“ sei. Ricardo Fernández de la Puente (CS Canarias) sagte: „Es hat nichts genützt.“

Migration auf die Kanaren: Lob aus Marokko zeigt „Schwäche der Regierung“

Auch Nueva Canarias sieht in der Zunahme der Migrationszahlen „ein klares Beispiel für die geringe Glaubwürdigkeit“ Marokkos und für „das Scheitern der Entscheidung von Sánchez, eine Position zu legitimieren, die gegen das Völkerrecht und die UN-Resolutionen wegen der Rechte des saharischen Volkes verstößt“, wie Parteisprecher Luis Campos sagte.


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Manuel Domínguez von der PP bilanzierte sogar, die Einwanderungspolitik der spanischen Regierung sei „ein kompletter Fehlschlag“. Die „alarmierenden Zahlen“ würden das untermauern.

Das Abkommen der spanischen Regierung mit Marokko hätte die Migration deutlich eindämmen sollen. Laut Domínguez sei das Lob, das der König von Marokko in Richtung Sánchez ausgesprochen hatte, ein Beweis für die „Schwäche der Regierung“.

Bisherige Abkommen mit Marokko zu Flüchtlingen aus Afrika „haben nichts gebracht“

Laura Fuentes von der Podemos verwies unterdessen auf die steigende Anzahl von Todesopfern, die „fast täglich vor der kanarischen Küste“ zu betrauern sei. Sie plädierte für Wege, um es Flüchtlingen „legal und sicher“ zu ermöglichen, „Europa in würdiger Weise zu erreichen“.

Ricardo Fernández de la Puente sagte, dass die Zugeständnisse in Richtung Marokko zu Verschlechterungen des Verhältnisses zu anderen Ländern geführt hätten. Außerdem seien die allgemeinen Bedingungen für Flüchtende schlechter geworden.

Sein Resümee: Die Zugeständnisse in Richtung der Sahara und die Unterstützung Marokkos zusammen mit dem Übergehen aller Resolutionen der Vereinten Nationen „haben nichts verbessert“.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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