Ein unerwartet alltäglicher Auslöser hat am 18. Januar das Stromsystem der Kanaren-Insel La Gomera vollständig zum Stillstand gebracht. Damals sorgte der Sturz einer Palme dafür, dass die gesamte Insel für kurze Zeit ohne Elektrizität war. Das besagt der jetzt veröffentlichte, vorläufige Bericht.
Nach ersten Erkenntnissen fiel die Pflanze wegen starker Windböen auf eine Stromleitung des Verteilnetzes. Der Aufprall beschädigte die Infrastruktur und löste eine Störung im elektrischen System der Kanaren-Insel aus.
Diese Störung führte zu einer Instabilität der Frequenz im Netz. In der Folge brach die Stromversorgung komplett zusammen. Techniker sprechen in einem solchen Fall von einem „Nullpunkt“ im System, also einem vollständigen Zusammenbruch der Energieversorgung. Doch das soll bald Geschichte sein.
La Gomera und Teneriffa teilen sich ein Energie-Netz
Der eigentliche Blackout dauerte zwar nur etwas mehr als eine Viertelstunde, dennoch benötigten die Energieversorger deutlich länger, um das Netz wieder vollständig zu stabilisieren. Erst nach fast drei Stunden waren alle betroffenen Haushalte und Betriebe wieder mit Strom versorgt. Rund 16.000 Kundinnen und Kunden waren in dieser Zeit von der Unterbrechung betroffen.
Besonders das Gastgewerbe beschwerte sich über die Folgen des Stromausfalls. Der Vorfall ereignete sich an einem Sonntag, traditionell einer der umsatzstärksten Tage für Bars und Restaurants auf der Insel. Kühlgeräte, Küchentechnik und Beleuchtung fielen zeitweise aus, was für viele Betriebe unmittelbare wirtschaftliche Folgen hatte.
Gastgewerbe von Stromausfall auf La Gomera betroffen
Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls lag die Stromnachfrage auf der Insel bei etwa 9,7 Megawatt. Der Großteil dieser Energie wurde von der Kraftwerksanlage El Palmar erzeugt. Windenergie steuerte zu diesem Zeitpunkt nur etwas mehr als ein Megawatt zum Gesamtbedarf bei.
Der Zwischenfall wird derzeit weiter untersucht. Die Regionalregierung der Kanaren hat zusätzliche Informationen vom Netzbetreiber, vom Verteilnetzunternehmen und vom Stromerzeuger angefordert. Ziel ist es, die genauen Abläufe zu rekonstruieren und mögliche Versäumnisse zu prüfen. Sollten Fehler oder Nachlässigkeiten festgestellt werden, könnten Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen folgen.
Kanaren diskutieren Sanktionen nach Stromausfall
Dass solche Konsequenzen möglich sind, zeigt ein früherer Fall. Ein ähnlicher vollständiger Stromausfall im Jahr 2023 endete mit einer Geldstrafe von 12,1 Millionen Euro gegen den Betreiber Unelco Endesa.
Langfristig setzt die kanarische Regierung auf eine strukturelle Verbesserung der Energieversorgung. Ein entscheidender Schritt soll bereits in Kürze erfolgen: Am 25. März soll eine neue Unterwasserverbindung zwischen La Gomera und der Nachbarinsel Teneriffa offiziell in Betrieb gehen. Mit dieser Leitung wird das bislang isolierte Stromsystem der Insel erstmals an ein größeres Netz angeschlossen.
Die Verbindung ermöglicht künftig einen Energieaustausch zwischen beiden Inseln. Dadurch soll das System stabiler werden, da Schwankungen besser ausgeglichen werden können. Fällt eine Anlage aus, kann Strom künftig auch von außerhalb der Insel eingespeist werden.
Viele Strom-Netze der Kanaren gelten als fragil
Allerdings warnen Fachleute und Opposition, dass diese Verbindung allein nicht alle strukturellen Probleme lösen werde. Ein weiterer Schwachpunkt liegt im inneren Stromnetz der Insel. In vielen Bereichen sind die Leitungen nicht ringförmig miteinander verbunden, sondern verlaufen wie einzelne Abzweigungen. Diese sogenannte Antennenstruktur erschwert die Umleitung von Energie, wenn eine Leitung ausfällt.
Besonders komplex ist die Situation im Gebiet von Valle Gran Rey. Dort werden verschiedene technische Lösungen diskutiert, um das Netz zu verbessern. Gleichzeitig müssen mögliche Bauarbeiten mit archäologischen Fundstätten in der Region koordiniert werden, was Planung und Umsetzung komplizierter macht.
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Palme sorgt für großen Stromausfall auf La Gomera
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