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Dienstag, 14. Juli 2026
La Gomera

Palme sorgt für großen Stromausfall auf La Gomera

16.000 Personen waren auf den La Palma ohne Strom. Jetzt steht fest, warum: Eine Palme war der Auslöser für den Blackout.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Am 18. Januar 2025 verursachte eine durch Sturmböen umgestürzte Palme einen kompletten Stromausfall auf La Gomera, von dem rund 16.000 Kunden betroffen waren.
  • Die Energieversorgung war nach etwa 15 Minuten wiederhergestellt, die vollständige Stabilisierung des Netzes dauerte jedoch fast drei Stunden.
  • Ab Ende März soll eine neue Unterwasserleitung mit Teneriffa das bisher isolierte Stromnetz stabilisieren, strukturelle Schwächen im Inselnetz bleiben aber bestehen.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Manchmal reicht etwas ganz Banales, um eine ganze Insel lahmzulegen. Am 18. Januar war es eine umstürzende Palme, die das komplette Stromsystem der Kanaren-Insel La Gomera für kurze Zeit zum Erliegen brachte. So jedenfalls steht es im vorläufigen Bericht, der inzwischen veröffentlicht wurde. Ohne Elektrizität war damals die gesamte Insel.

Was bisher bekannt ist: Starke Windböen ließen die Pflanze auf eine Stromleitung des Verteilnetzes kippen. Der Aufprall richtete an der Infrastruktur Schaden an und brachte das elektrische System der Kanaren-Insel ins Wanken.

Aus dieser Störung wurde eine Instabilität der Frequenz im Netz, und am Ende fiel die Stromversorgung vollständig aus. Fachleute nennen so einen Zustand einen „Nullpunkt“ im System, also den kompletten Zusammenbruch der Energieversorgung. Doch damit soll bald Schluss sein.

La Gomera und Teneriffa teilen sich ein Energie-Netz

Der Blackout selbst war nach etwas mehr als einer Viertelstunde wieder vorbei, doch die Energieversorger brauchten deutlich mehr Zeit, ehe das Netz wieder vollständig stand. Bis auch der letzte Haushalt und der letzte Betrieb wieder Strom hatten, vergingen fast drei Stunden. Betroffen waren in dieser Phase rund 16.000 Kundinnen und Kunden.



Lautstark beklagte sich vor allem das Gastgewerbe über die Folgen. Der Stromausfall fiel auf einen Sonntag, und der zählt für die Bars und Restaurants der Insel traditionell zu den umsatzstärksten Tagen. Kühlgeräte, Küchentechnik und Beleuchtung standen zeitweise still, und für viele Betriebe bedeutete das unmittelbare wirtschaftliche Einbußen.

Gastgewerbe von Stromausfall auf La Gomera betroffen

Als sich der Zwischenfall ereignete, lag die Stromnachfrage auf der Insel bei etwa 9,7 Megawatt. Den Löwenanteil dieser Energie lieferte die Kraftwerksanlage El Palmar, während die Windenergie zu diesem Zeitpunkt nur etwas mehr als ein Megawatt zum Gesamtbedarf beisteuerte.

Untersucht wird der Vorfall weiterhin. Die Regionalregierung der Kanaren hat beim Netzbetreiber, beim Verteilnetzunternehmen und beim Stromerzeuger zusätzliche Informationen angefordert, um die genauen Abläufe nachzuvollziehen und mögliche Versäumnisse zu prüfen. Stellt sich heraus, dass Fehler oder Nachlässigkeiten im Spiel waren, drohen den beteiligten Unternehmen Sanktionen.

Kanaren diskutieren Sanktionen nach Stromausfall

Dass es nicht bei der Drohung bleiben muss, hat die Vergangenheit gezeigt. Ein vergleichbarer vollständiger Stromausfall im Jahr 2023 kostete den Betreiber Unelco Endesa am Ende eine Geldstrafe von 12,1 Millionen Euro.

Auf längere Sicht will die kanarische Regierung die Energieversorgung strukturell besser aufstellen. Ein wichtiger Schritt steht schon kurz bevor: Am 25. März soll eine neue Unterwasserverbindung zwischen La Gomera und der Nachbarinsel Teneriffa offiziell ans Netz gehen. Erstmals wird das bislang isolierte Stromsystem der Insel damit an ein größeres Netz angebunden.

Über diese Verbindung können beide Inseln künftig Energie austauschen. Das soll für mehr Stabilität sorgen, weil sich Schwankungen besser ausgleichen lassen. Und fällt eine Anlage aus, kann der Strom dann auch von außerhalb der Insel kommen.

Viele Strom-Netze der Kanaren gelten als fragil

Fachleute wie Opposition geben allerdings zu bedenken, dass diese eine Verbindung längst nicht alle strukturellen Probleme aus der Welt schafft. Eine weitere Schwachstelle steckt im inneren Stromnetz der Insel. Vielerorts sind die Leitungen nicht ringförmig verbunden, sondern verlaufen wie einzelne Abzweigungen. Diese sogenannte Antennenstruktur macht es schwer, Energie umzuleiten, sobald eine Leitung ausfällt.

Im Gebiet von Valle Gran Rey ist die Lage besonders verzwickt. Diskutiert werden dort verschiedene technische Lösungen, um das Netz zu verbessern. Erschwerend kommt hinzu, dass etwaige Bauarbeiten mit archäologischen Fundstätten in der Region abgestimmt werden müssen, was Planung und Umsetzung zusätzlich kompliziert.

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