Auf den Kanarischen Inseln ist am Freitag eine unbefristete Streikwelle der Fluglotsen gestartet worden. Zumindest zum Start gab es keine größeren Auswirkungen auf den Flugverkehr.
Trotz der Arbeitsniederlegungen an den von Saerco betriebenen Towern auf Lanzarote, Fuerteventura, La Palma und El Hierro läuft der Flugbetrieb auf den meisten Airports völlig normal.
Die Gewerkschaften USCA und CCOO hatten den Ausstand ausgerufen, um gegen Personalengpässe, unzureichende Ruhezeiten und statische Einsatzplanung zu protestieren. Sie fordern mehr Personal sowie eine verlässliche Einhaltung von Ruhephasen und Urlaubsansprüchen. Bisher bemerken Fluggäste wenig von der Arbeitsniederlegung – und das hat Gründe, die für Ärger sorgen:
Kanaren-Flughäfen im Streik
Der Streikbeginn lag in der Nacht zu Freitag. Das spanische Verkehrsministerium ordnete für die betroffenen Tower auf den Kanaren jedoch einen verpflichtenden Mindestbetrieb von 100 Prozent an, womit faktisch die gesamte Belegschaft zum Dienst erscheinen muss. Die Gewerkschaften sehen darin eine Aushöhlung ihres Streikrechts.
Der Kern des Konflikts liegt laut der „Unión Sindical de Controladores Aéreos“, die rund 90 Prozent der spanischen Fluglotsen vertritt, nicht allein bei der Entlohnung, sondern vor allem in der dauerhaften Unterbesetzung der Fluglotsen.
Die Gewerkschaft warnt, dass ständige Überlastung die Sicherheit im Flugbetrieb gefährde. Die Lotsen seien gezwungen, Schichten ohne ausreichende Erholungspausen zu absolvieren. Dies sei auf Dauer „unsicher“.
Flughäfen auf den Kanaren ohne Ausfälle
Der Arbeitskampf betrifft die Kontrolltürme der Saerco-Gruppe. Damit sind Teneriffa und Gran Canaria derzeit außen vor, da diese nicht von Saerco betrieben werden. Spaniens Flughafenbetreiber Aena bestätigte, dass der Flugbetrieb normal laufe.
Von einer Einigung im Tarifkonflikt gibt es unterdessen keine Spur. Bisherige Gespräche mit Saerco blieben ohne Ergebnis. Die Gewerkschaften fordern klare Arbeitszeitregelungen und verlangen die Einschaltung des Schlichtungsdienstes SIMA.
Streit um Quasi-Verbot des Streikrechts auf den Kanaren
USCA fordert klare Erholungszeiten und eine langfristige Personalaufstockung. Dass dies nicht mit einem Streik durchgesetzt werden kann, werten die Streikenden als Eingriff in ihre gewerkschaftlichen Rechte.
Der Flugplan auf den Kanaren bleibt derweil stabil, so lang die Vorgabe unverändert bleibt. Wann eine finale Lösung erreicht wird, ist offen. Aus Gewerkschaftskreisen heißt es, die Situation könnte noch mehrere Wochen andauern, da bisher keine Annäherung erkennbar ist. Ein Gerichtsverfahren zur Zulässigkeit der Mindestdienste läuft parallel zum Streik.















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Skurriler Fluglotsen-Streik auf den Kanaren sorgt für Ärger
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