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Sorge um Sicherheit: Fluglotsen schlagen auf vier Kanaren-Airports Alarm

Mehr Fluggäste, steigende Gebühren und dabei zu wenig Personal im Tower: Auf mehreren Flughäfen der Kanaren arbeiten Fluglotsen am Limit.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Auf mehreren Flughäfen der Kanarischen Inseln wächst der Druck auf die Fluglotsen. Besonders betroffen sind die Standorte Lanzarote, Fuerteventura, La Palma und El Hierro. Dort arbeiten die Beschäftigten nach Angaben ihrer Gewerkschaft seit längerem an der Belastungsgrenze. Ende 2025 musste der Flughafen von El Hierro sogar seine Betriebszeiten zeitweise verkürzen, weil nicht genügend Personal im Kontrollturm verfügbar war.

Die Situation könnte sich auch an den anderen drei Flughäfen zuspitzen. Alle vier Tower werden von dem privaten Anbieter Saerco betrieben. Nach Einschätzung der spanischen Fluglotsengewerkschaft USCA drohen ähnliche Einschränkungen, wenn sich an der Personalsituation nichts ändert.

Gleichzeitig plant der staatliche Flughafenbetreiber Aena eine schrittweise Erhöhung der Flughafengebühren. Zwischen 2027 und 2031 sollen die Entgelte jedes Jahr um 3,8 Prozent steigen. Für Passagiere bedeutet das nach aktuellen Berechnungen eine Mehrbelastung von 0,43 Euro pro Kopf und Flug. Die Gewerkschaft fordert, einen Teil dieser zusätzlichen Einnahmen gezielt in mehr Fluglotsen auf den Inseln zu investieren.

Kanaren-Aitports: Höhere Kosten, weniger Personal

Der Hintergrund des Konflikts liegt in der Organisation der Flugsicherung. Fast alle Tower auf den Kanaren sind privatisiert worden. Nur die beiden Flughäfen auf Teneriffa sowie der Flughafen von Gran Canaria werden weiterhin öffentlich betrieben. Kritiker sehen darin ein strukturelles Problem. Aus ihrer Sicht wurde bei der Vergabe der Dienstleistungen zu stark auf den Preis geachtet.

Die Kommunikationsverantwortliche der Gewerkschaft, Susana Romero, spricht von einem riskanten Geschäftsmodell. Saerco habe seinerzeit ein außergewöhnlich niedriges Angebot abgegeben, um den Zuschlag zu erhalten. Die Folge sei, dass dem Unternehmen nun finanzielle Spielräume fehlen, um höhere Gehälter zu zahlen und ausreichend Personal einzustellen. Wie Atlántico Hoy berichtet, warnen Vertreter der Gewerkschaft deshalb vor einer Entwicklung, bei der die Sicherheit indirekt unter wirtschaftlichem Druck stehe.

Die Auswirkungen sind bereits im Alltag spürbar. Auf El Hierro kam es wiederholt vor, dass der Flughafen nicht zur vorgesehenen Zeit öffnen konnte, da zu wenig Lotsen im Dienst waren. Häufig springen Beschäftigte freiwillig ein, verzichten auf Urlaubstage oder verschieben freie Tage, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Nach Einschätzung der Gewerkschaft ist dieses Engagement zwar bemerkenswert, auf Dauer jedoch keine tragfähige Lösung.

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Parallel dazu kündigte Aena umfangreiche Investitionen in sein gesamtes Flughafennetz an. Für die Kanarischen Inseln sind rund 1,8 Milliarden Euro vorgesehen. Offiziell sollen damit Infrastruktur und Kapazitäten modernisiert werden. Gewerkschafter betonen jedoch, dass Sicherheit und Personal ebenso wichtig seien wie neue Gebäude oder Technik. Wie die Wirtschaftszeitung Expansión berichtete, dient das Investitionsprogramm auch als Argument, um die geplante Gebührensteigerung zu rechtfertigen.

Kanaren-Fluglotsen und die Sicherheit

Für die Beschäftigten steht fest, dass die nächste Ausschreibung für die Towerdienste entscheidend wird. Dort müsse sich zeigen, ob künftig wieder stärker auf stabile Personalstrukturen geachtet wird. Einige Vertreter der Fluglotsen halten es sogar für sinnvoll, die privatisierten Tower – nicht nur auf den Kanarischen Inseln – wieder in öffentliche Hand zu überführen.

Fest steht schon jetzt, dass der Luftverkehr auf den Kanaren weiter wachsen dürfte. Millionen Urlauber reisen jedes Jahr auf die Inseln. Damit steigt auch die Verantwortung für einen sicheren und verlässlichen Flugbetrieb.


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Über den Autor

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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