Zum Inhalt springen
Samstag, 1. August 2026
Teneriffa

Deutsche Forscher finden mysteriöse Plasmablasen über Teneriffa

Die Wissenschaft hat Plasmablasen über Teneriffa entdeckt. Die nächtlichen Blasen ähneln einem Phänomen über Ägypten. Sie dehnen sich über Hunderte Kilometer aus und beeinträchtigen GPS-Signale.
Das Wichtigste in Kürze:
Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung ausblenden
  • Deutsche Forscher haben Plasmablasen in 50 bis 1000 Kilometern Höhe über Teneriffa entdeckt, die unter anderem GPS-Signale erheblich beeinträchtigen.
  • Die nächtlichen Blasen dehnen sich über Hunderte Kilometer aus und ähneln einem Phänomen über Ägypten.
  • Das DLR entwickelt im nächsten Schritt Vorhersagemodelle zum Schutz von Satellitenkommunikation und GPS-Anwendungen.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Über Teneriffa sind Forscher auf sogenannte Plasmablasen gestoßen, die in auffälliger Weise an Phänomene erinnern, wie man sie über der Großen Cheops-Pyramide von Gizeh beobachtet hat. Gefunden wurden sie in der Ionosphäre, also in einer Höhe von ungefähr 50 bis 1000 Kilometern. Für die GPS- und Kommunikationstechnik auf den Kanaren könnte das weitreichende Folgen nach sich ziehen.

Dass es diese Plasmablasen tatsächlich gibt, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestätigt. Sie entstehen vor allem in den Nachtstunden und können sich über Hunderte Kilometer ausdehnen. Bei diesem Vorgang kommt es zu einem ionosphärischen Funkeln, das die Genauigkeit von GPS-Signalen drückt. Luftfahrt und Kommunikationsinfrastruktur bekommen die Blasen unmittelbar zu spüren.

Die Daten für den Fund stammen aus einem Monitoring-System, das in der Region seit mehr als zehn Jahren in Betrieb ist. Laut DLR verschlechtern die Blasen die GPS-Genauigkeit erheblich. Weil Teneriffa strategisch zwischen der europäischen und der afrikanischen Ionosphäre liegt, ist das Verständnis solcher Phänomene für Europas digitale Sicherheit von entscheidender Bedeutung.

Forscher untersuchen Plasmablasen über Teneriffa

Dass die Erscheinungen denen über Ägypten so ähneln, spricht für einen globalen atmosphärischen Prozess. Nach Einschätzung der Forschung könnte dieser die Stabilität kritischer Infrastruktur gefährden. Aus diesem Grund arbeitet das DLR inzwischen an Modellen, mit denen sich derartige Ereignisse besser vorhersagen lassen.



Wer Satellitenkommunikation und GPS-Anwendungen schützen will, kommt am Verständnis der Plasmablasen nicht vorbei. Wenn die Untersuchung des Phänomens weitergeht, könnten die Kanarischen Inseln zu einem Schlüsselstandort für atmosphärische Studien werden und damit die weltweiten Forschungsbemühungen neu ausrichten.

Vorgestellt wurde die Studie des DLR auf dem 17. Internationalen Symposium für Äquatoriale Aeronomie. Ihr zugrunde liegt eine Untersuchung mit mehreren Instrumenten, von denen ein Teil seit über einem Jahrzehnt Daten sammelt.

Quellen
Kommentare (2)
  • KW Klaus Walter 18.04.2026

    Auch wenn die Plasmablasen den Forschern noch viele Rätsel aufgeben, gibt dieser Artikel den Lesern noch viel mehr Rätsel auf. Das ist schade, denn es fehlen so ein paar Erläuterungen. Wer oder was ist eine Plasmablase? Seit wann kennt man sie? Plasma im Sinne des vierten Aggregatzustandes? Von solchen Blasen über den Pyramiden habe ich noch nie etwas gelesen. Wo findet man etwas dazu? Oder ist das Ganze ein verspäteter Aprilscherz? Kurzum: ein kleiner Info-Kasten wäre nett gewesen.

    • TN Teneriffa News 18.04.2026

      Lieber Klaus, vielen Dank für Ihr Feedback zum Beitrag. Am Textende finden Sie in einem hellblauen Kasten einen Link zur Quelle. Dort sehen Sie, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelt und finden weitere Informationen zum Thema. Wir liefern damit einen Beitrag zur Transparenz und die Möglichkeit, sich weiter ins Thema einzuarbeiten.

Kommentieren ist Teneriffa-News-Mitgliedern vorbehalten. Jetzt anmelden oder Mitglied werden.