Eine NASA-Delegation hat die medizinischen Einrichtungen auf Teneriffa umfassend bewertet. Die Insel könnte künftig eine wichtige Rolle bei Rettungseinsätzen des Artemis-Programms spielen.
Das Artemis-Programm ist eine internationale Initiative, die Menschen wieder auf den Mond bringen soll. Das Ziel besteht darin, auf dem Erdtrabanten eine nachhaltige Präsenz zu schaffen. Dies gilt als strategisch wichtig, um vom Mond aus künftige Mars-Missionen zu starten.
Die jüngste Artemis-II-Mission hatte mit einer bemannten Mond-Umrundung wichtige Systeme getestet. Jetzt geht es in die Planung weiterer Artemis-Missionen. Und dabei spielen auch die Kanaren eine Rolle:
Kanaren für NASA strategisch wichtiger Standort
Innerhalb einer Woche besuchten Experten der US-Raumfahrtbehörde die wichtigsten Krankenhäuser Teneriffas, darunter das Hospital Universitario de Canarias (HUC). Besonders interessierte die NASA-Mitarbeitenden die hyperbare Kammer. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte medizinische Einrichtung für Druckabfall-Notfälle.
Klinikleiter Rafael Martín führte die Delegation durch die Räume und erklärte, dass in der Anlage jährlich mehr als 1400 Behandlungen durchgeführt werden. Dabei seien in den vergangenen 15 Jahren mehr als 400 Notfälle, unter anderem nach Tauchunfällen, behandelt worden.
Die geografische Lage der Kanarischen Inseln macht den Archipel zu einem strategischen Punkt für Rettungseinsätze im Atlantik. NASA-Verantwortliche wie James D. Polk und Sharmi Watkins bestätigten das Potenzial der Kanarischen Inseln als medizinische Stützpunkte bei möglichen Weltraum-Notfällen. Auch die Rettungshubschrauber und -Flugzeuge des kanarischen Rettungsdienstes wurden geprüft.

Kanaren und die strategische Lage für Weltraumrettungen
Die Lage der Kanaren könnte entscheidend werden, da viele Raumkapseln im Ozean landen. Die hyperbare Medizin, in der die Insel als äußerst erfahren gilt, ist unverzichtbar bei Kabinendruckverlust. Laut Adasat Goya vom Servicio Canario de la Salud könnten die Kanaren auch aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung helfen. Die Bereitschaft, bei globalen gesundheitliche Herausforderungen zu helfen, sei gegeben, sagte Goya.
Die NASA und die kanarischen Behörden streben eine engere Zusammenarbeit an, um die medizinischen Notfallsysteme weiter zu koordinieren. Dies gilt als Teil der Bemühungen, die Rückkehr des Menschen zum Mond verlässlich vorzubereiten.
Im Rahmen des Besuchs wurde auch das Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de Candelaria inspiziert. Dort sahen sich die Wissenschaftler insbesondere die Abteilungen für Intensivmedizin und Traumatologie an. Die medizinische Versorgung umfasst rund 900 Betten und mehr als 40 medizinische Dienste.
Nicht nur die getesteten medizinischen Kapazitäten Teneriffas könnten rund um künftige internationale Weltraumeinsätze entscheidend werden. Auch die Cañadas, der den Teide umgebende Nationalpark, gilt aufgrund seiner Beschaffenheit als guter Ort für den Test von Weltraum-Fahrzeugen.















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Kanaren sollen NASA bei Weltraum-Notfällen helfen
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