Auf Teneriffa rumort es derzeit ungewöhnlich oft im Untergrund. Bereits am späten Abend des 18. Februar begann das Nationale Geographische Institut IGN eine ununterbrochene Folge schwacher Erdstöße aufzuzeichnen, die sich im Westen der Cañadas del Teide häufen.
An der Oberfläche bekommt davon niemand etwas mit, denn die Beben bleiben meist unter einer Magnitude von 0,7 und tauchen einzig in den Daten der Messstationen auf. Fachleute sprechen von sogenannten hybriden Ereignissen, die nach bisheriger Auswertung in einer Tiefe zwischen sieben und acht Kilometern stattfinden.
Die Erschütterungen mögen schwach sein, doch ihre schiere Menge fällt auf. Sicher registriert wurden bislang 950 Erdbeben, und Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Zahl nach genauerer Analyse noch deutlich höher ausfallen dürfte. Wirklich bemerkenswert ist allerdings etwas anderes:
Drei Erdbeben-Schwärme binnen weniger Tage auf Teneriffa
Schwärme dieser Art kennt die größte Kanaren-Insel durchaus, sie sind ihr schon mehrfach begegnet. Was es so bisher nicht gab, sind derart kurze Abstände dazwischen. In den vergangenen zehn Jahren kamen die Geräte auf sechs solcher Schwärme.
Vergleichbare Serien traten in den Jahren 2016, 2019, 2022 und 2024 auf. Mit den jüngsten Tagen sind die Schwärme sieben bis neun hinzugekommen. Damit fügt sich die aktuelle Lage in ein Muster ein, das auf periodische Unruhe tief im Inneren des Inselvulkans hindeutet.
Erdbeben auf Teneriffa: Experten sind wachsam, aber unbesorgt
So oft die Erde derzeit auch bebt, einen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption erkennen die Fachleute darin nicht. Das IGN stuft die Gefahr eines kurzfristigen Ausbruchs als gering ein. Hinzu kommt, dass die Insel über ein dichtes Überwachungsnetz mit mehr als einhundert festen Messpunkten verfügt, die seismologische Daten, Bodenverformungen und chemische Veränderungen registrieren. Selbst kleinste Abweichungen lassen sich damit in Echtzeit aufspüren, sodass die Entwicklung fortlaufend bewertet werden kann.
Zu seiner zweiten Sitzung in dieser Woche kam der wissenschaftliche Ausschuss des Sonderplans für den Katastrophenschutz bei Vulkan-Risiken auf den Kanarischen Inseln, kurz Pevolca, zusammen. Bei dieser Gelegenheit machte Teneriffas Insel-Präsidentin Rosa Dávila deutlich, dass die Insel vorbereitet sei.
So gut gerüstet wie heute sei Teneriffa noch nie gewesen, so Dávila. Die Politikerin verlässt sich auf klare Kommunikation und aufeinander abgestimmte Abläufe. Eng arbeiten die Behörden dabei mit dem Vulkanologischen Institut der Kanaren zusammen, das vor Kurzem moderne quantenbasierte Gravimeter in Betrieb genommen hat. Bei diesen Atomgravimetern handelt es sich um hochpräzise Messinstrumente, die mit den Prinzipien der Quantenmechanik arbeiten, um die Erdbeschleunigung zu bestimmen. Mit ihnen sollen sich Magmabewegungen genauer verfolgen und Veränderungen im magmatischen System frühzeitig erkennen lassen.
Vulkanausbruch auf Teneriffa unwahrscheinlich
Auch die jüngsten Messwerte folgen weiterhin einem bekannten Muster, ohne dass sich eskalierende Warnsignale zeigen. Hybride Ereignisse seien typisch für das Zusammenspiel von Flüssigkeiten und Gestein im Untergrund, erklärten die wissenschaftlichen Teams, ein eindeutiger Vorbote für einen Vulkanausbruch auf Teneriffa seien sie hingegen nicht.
Trotzdem lassen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht locker, schließlich gehört die gegenwärtige Aktivität zu den intensivsten der jüngeren Vergangenheit. Dass sich hohe Frequenz und extrem schwache Signale verbinden, macht die genaue Analyse einerseits anspruchsvoll und andererseits umso wichtiger, will man mögliche Veränderungen verlässlich deuten.
Die Inselgesellschaft verfolgt das Geschehen aufmerksam, doch stabil ist die Situation bislang geblieben. Das IGN verweist darauf, dass die dauerhafte Vernetzung der Messsysteme eine zuverlässige Datengrundlage liefert, um mögliche Gefahren rechtzeitig einzuordnen.
Nun gilt die Aufmerksamkeit den kommenden Tagen. Weitere Auswertungen müssen zeigen, ob sich die inneren Bewegungen des Teide beruhigen oder ob der seismische Reigen weitergeht.















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