Die jüngsten Erdbeben seien ausdrücklich kein Schwarm gewesen, erklärten die Experten auf Teneriffa in dieser Woche. Doch mit dieser Beschwichtigung ist seit der Nacht zu Freitag Schluss. Zwischen Donnerstagnachmittag und dem frühen Freitagmorgen gab es den siebten Erdbebenschwarm seit 2016. Damit ist der Teide aktuell so aktiv wie selten.
Das auf den Kanaren zuständige Institut Involcan teilte am Freitag mit, dass es einen neuen Schwarm hybrider Erdbeben auf Teneriffa registriert habe. Dieser habe aus mehreren hundert kleinen Erdbeben bestanden. Die Amplitude sei gering gewesen und zwischen 17.20 und 4 Uhr gemessen worden.
Itahiza Domínguez ist Direktor des Nationalen Geografischen Instituts (IGN) auf den Kanarischen Inseln. Der Wissenschaftler sagt: Die seit einem Jahrzehnt in den Cañadas am Teide registrierten Signale würden „lautstark mitteilen“, dass Teneriffa eine vulkanisch aktive Insel sei. Und so schätzt Domínguez die Lage ein:
Wieder Erdbeben am Teide auf Teneriffa
Die längsten Signale aus der Tiefe haben laut IGN eine Dauer von 90 Minuten gehabt. Dazu kommt eine Verformung des Geländes in den vergangenen drei Jahren um etwa zwei Zentimeter. Gemessen mit den Erderhöhungen vor dem Ausbruch auf La Palma ist das verschwindend gering. Dennoch zeigen die Erhöhung und das Rumoren, dass der Teide weiterhin aktiv ist.
Domínguez sieht die Gefahr eines Vulkanausbruchs wissenschaftlich neutral: „Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit kurz- und mittelfristig relativ gering, doch je mehr Zeit vergeht, desto größer wird sie“, erklärte der Forscher. Denn zwar gebe es Erfahrungswerte durch andere Ausbrüche, auf der anderen Seite sei jedoch „jeder Vulkan eine Welt für sich“.
Magma sammelt sich vor einem Ausbruch über Jahrzehnte an. Und die jüngsten Erdbeben seien ein Zechen dafür, dass sich Flüssigkeiten verschieben, betonten die Forscher nach Erdbeben in den vergangenen Monaten regelmäßig. Auf La Palma dauerte das rund 15 Jahre, auf El Hierro sogar mehrere Jahrzehnte.
Siebter Erdbebenschwarm unter dem Teide
Vor zehn Jahren wurde der erste der jüngsten sieben Erdbebenschwärme gemessen. Auf das Phänomen vom 2. Oktober 2016 folgten auf Teneriffa ähnliche Erdbebenschwärme am 14. Juni 2019, am 16. Juni 2022, 12. Juli 2022, 14. November 2024 und am 7. August 2025. Nun folgte der siebte Schwarm. Damit ist seit dem Ersten bald ein Jahrzehnt vergangen.
Neben den Verschiebungen von Flüssigkeiten unter dem Teide messen die Forscher von Involcan und IGN auch verstärkte CO2-Ausstöße am Teide-Krater. Hinzu kommt die leichte Verformung des Bodens im Nordsektor des Vulkans.
Zwar handle es sich in diesen Tagen um den größten Vulkanlärm seit 2016, dennoch gebe es aktuell keinen Grund zur Beunruhigung, denn: All das seien Anzeichen, dennoch gebe es für einen kurz- oder mittelfristigen Ausbruch „weiterhin keine Änderung der Wahrscheinlichkeit“, sagt Domínguez.
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Erdbebenschwarm auf Teneriffa: „Teide sagt uns lautstark, dass er aktiv ist“
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