Tiger, Bär und die kleine Tigerente gehören seit Dekaden für viele Menschen untrennbar zur Kindheit. Generationen sind mit den Geschichten voller HErz und Sehnsucht aufgewachsen, in denen Freundschaft, Fürsorge und die Freude an den kleinen Dingen des Lebens im Mittelpunkt stehen. Ihr Erfinder Janosch, einer der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren und Illustratoren, feiert am Donnerstag auf Teneriffa seinen 95. Geburtstag.
Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich Horst Eckert, dessen Lebensweg kaum gegensätzlicher sein könnte als die friedliche Welt seiner Figuren. Geboren wurde Eckert 1931 im oberschlesischen Bergarbeiterort Zabrze, der heute in Polen liegt.
Seine Kindheit beschrieb er später als eine Zeit voller Angst und Gewalt. Der Vater war alkoholkrank, zu Hause kam es immer wieder zu Misshandlungen. Auch die Mutter schlug den Jungen regelmäßig. Hinzu kam der Druck einer streng katholischen Umgebung, die dem Kind ein dauerhaftes Gefühl von Schuld vermittelte. Während der Zeit des Nationalsozialismus musste Eckert außerdem der Hitlerjugend beitreten, eine Erfahrung, die er später als demütigend und quälend schilderte. Und doch ging aus dieser harten Zeit einer bekanntesten Kinderbuchautoren hervor:
Janosch feiert auf Teneriffa 95. Geburtstag
Nach dem Zweiten Weltkrieg floh die Familie aus ihrer Heimat und ließ sich schließlich in Norddeutschland nieder. Der junge Eckert versuchte später an der Kunstakademie in München Fuß zu fassen. Doch der Weg zum Erfolg war steinig. Frühere Bücher fanden zunächst kaum Beachtung und auch die Ausbildung an der Akademie verlief nicht wie erhofft. Aus Frust und Trotz entstand schließlich eine Idee, die alles verändern sollte.
Janosch beschloss, bewusst ein besonders gefühlvolles Kinderbuch zu schreiben. Es sollte eine freundliche Welt zeigen, mit einem Bären, einem Tiger und einer Reise. Daraus entstand schließlich die Geschichte „Oh, wie schön ist Panama“. Das Buch erschien 1978 und wurde zu einem internationalen Erfolg. Millionen Leserinnen und Leser entdeckten darin die Geschichte von zwei Freunden, die gemeinsam nach dem Glück suchen und schließlich feststellen, dass es oft näher liegt als gedacht.
Die Geschichte von Tigerente, Bär & Co.

Die Tigerente ist die bekannteste Figur von Horst Eckert alias Janosch. Der Künstler wird 95 Jahre alt. Foto: Janosch film & medien AG
Der Erfolg begründete eine ganze Welt von Figuren. Neben Tiger, Bär und der Tigerente wurden auch Charaktere wie Günter Kastenfrosch oder später Herr Wondrak bekannt. Insgesamt veröffentlichte Janosch Hunderte Bücher. Seine Geschichten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und prägten über Jahrzehnte hinweg die Kinderliteratur.
Dass hinter diesen sanften Erzählungen eine schwere Kindheit stand, ist kein Zufall. Die heile Welt seiner Bücher war auch ein Gegenentwurf zu den eigenen Erfahrungen. Wie der Verlag Beltz & Gelberg erklärt, erzählen Janoschs Geschichten von der Sehnsucht nach einem einfachen Leben, nach Freundschaft, Glück und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Janosch zog sich nach Teneriffa zurück
Seit mehr als vierzig Jahren lebt der Künstler zurückgezogen auf Teneriffa. Dort fand er die Ruhe, die er nach den turbulenten Jahren seines Erfolgs suchte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ines wohnt er in einem einfachen Haus im Hinterland der Insel. Es heißt, Janosch werde seinen 95. Geburtstag bewusst ohne große Feier verbringen und stattdessen die Ruhe seines Lebens auf Teneriffa genießen.
Die größte Kanaren-Insel ist längst zu seiner Heimat geworden. Janosch engagiert sich dort auch für den Schutz von Tieren und Natur. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er eine Stiftung, die sich für Umwelt- und Tierschutz auf den Kanarischen Inseln einsetzt.
Trotz seines hohen Alters bleibt sein Werk präsent. Museen und Verlage würdigen den Künstler immer wieder mit Ausstellungen und Veranstaltungen. Zum 95. Geburtstag zeigt etwa das Neue Kunstmuseum Tübingen eine große Sonderschau mit Zeichnungen, Skulpturen und Erinnerungsstücken aus seinem Leben, wie der Südwestrundfunk berichtet.
Janosch, bedeutender Erzähler für Millionen von Kindern
Die anhaltende Faszination seiner Bücher erklärt sich nicht nur durch ihre Figuren. In ihnen steckt eine klare Botschaft: Freundschaft, Vertrauen und Bescheidenheit können stärker sein als Angst und Gewalt. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum Tiger, Bär und die Tigerente noch immer so viele Menschen berühren.
Auch Jahrzehnte nach ihrem ersten Auftritt bleiben die Figuren lebendig. Sie erinnern daran, dass Glück oft in den kleinen Momenten steckt. Das macht Janosch zu einem der bedeutendsten Erzähler der deutschsprachigen Kinderliteratur.
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Leserkommentare zu:
Vater der Tigerente: Janosch feiert 95. Geburtstag auf Teneriffa
Ihr Bericht über und zu Janoschs 95. Geburtstag empfand ich als sehr interessant, beeindruckend und gefühlvoll.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jörg Rüdiger
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