Auswandern ist ein Wort, das nach Abenteuer klingt. Nach Aufbruch, nach Freiheit, nach einem neuen Leben unter fremdem Himmel. Das ist auch so. Doch hinter dieser Vorstellung steckt eine viel stillere Realität: der Moment, in dem man tatsächlich geht. Nicht nur für eine Wintersaison, nicht auf Probe, sondern für immer. Es ist eine Entscheidung, das eigene Leben noch einmal neu zu beginnen.
Auswandern beginnt selten mit einem großen Moment. Es ist ein stiller Entschluss, der sich über Monate oder Jahre hinweg formt. Dann gibt es eines Tages den Punkt, an dem aus einer Idee oder einem Wunsch Realität wird.
Man besteigt eine Fähre oder ein Flugzeug – und das ohne Ticket für die Rückfahrt. Es ist ein eigenartiges Gefühl. Freunde und Familie bleiben zurück. Man begreift, dass nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Auswandern auf die Kanaren – ein Bericht
Wer ohne doppelten Boden auswandert, erlebt diesen Moment sehr intensiv. Es gibt keine Wohnung mehr in der alten Heimat, keinen Schlüssel in der Tasche, der als Notausgang dienen könnte. Es gibt kein „Wenn es nicht passt, bin ich schnell wieder zurück.“ Das bedeutet nicht, dass eine Rückkehr unmöglich wäre. Nichts ist endgültig, doch der Weg zurück wäre organisatorisch, finanziell und emotional wie eine weitere Auswanderung. Alles beginnt wieder bei Null, nur eben in der alten Heimat.
Zur Auswanderung braucht es eine Portion Mut. Die Angst vor dem Unbekannten gehört unweigerlich dazu. Hat man wirklich bei der Planung an alles gedacht und nichts vergessen? Werde ich mit der spanischen Bürokratie zurechtkommen?
Nach der Ankunft wirkt vieles erst einmal wie Urlaub, gleichzeitig erwartet einen auf den Kanaren als Einwanderer ein Wust an Formularen und Terminen. Eine Gestoría, also eine Person, die bei Formularen und Behördengängen hilft, ist unbedingt empfehlenswert.
Mit der Zeit verändert sich etwas im Inneren, zumindest, wenn man es zulässt. Der Alltag setzt ein, doch er verliert seine Schwere. Die Uhr der Kanaren tickt nicht schlechter, sie tickt anders. Man könnte sich über langsame Abläufe ärgern – oder lässt es bleiben. Irgendwann merkt man, selbst ruhiger geworden zu sein.
Kanaren-Auswanderung ist ein fließender Prozess
Angekommen zu sein, ist kein Fixpunkt. Es ist ein gleitender Übergang vom Besucher der Inseln zum Anwohner der Kanaren. Das fällt nicht vom Himmel. Die Mentalität der Kanarios zu verstehen und zu akzeptieren, braucht etwas Zeit. Selbstredend ist es erforderlich, zumindest zu versuchen, die Sprache zu erlernen, um tatsächlich eine neue Heimat zu finden.
Auswanderer, die akzeptieren, dass auf den Kanaren nicht nur das Wetter, sondern weit mehr einfach anders ist als aus der Heimat gewohnt, kommen auf den Kanarischen Inseln in der Tat in einem neuen Leben an.















Leserkommentare zu:
Erfahrungsbericht: Auswandern auf die Kanaren – so fühlt es sich wirklich an
Ich bin seit über 45 Jahren hier als Urlauber hin gekommen, Land und Leute kennen und schätzen gelernt.
Vor 2,5 Jahren hier hin ausgewandert, alleine mit zwei Katzen. Der Start war holprig, wollte mich ursprünglich in eine Wohngemeinschaft einbringen, bis ich feststellen musste, dass das alles nur Luftschlösser waren, die die Organisatorin da angeboten hatte. Wohnungssuche mit Katzen war eine mittlere Katastrophe, aber dann habe ich mein Paradies gefunden, eine Ersatzfamilie und inzwischen auch gute soziale Kontakte. Ja, eine Gestoría brauchte ich für den Papierkram auch und natürlich ein gesichertes Einkommen. Auf der Insel arbeiten zu wollen, bei den hohen Arbeitslosenzahlen, ist keine gute Idee und schon gar nicht, wenn man nicht fließend Spanisch spricht. Ich bin als Rentner gekommen, Rente aus Deutschland war damals noch sicher, was die Zukunft bringt, weiß keiner. Möbel und Ballast habe ich nicht mitgebracht, nur was in mein Auto passte. Ich habe mein altes Leben in D gelassen und hier neu angefangen und mir geht es sehr gut
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