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„10 Gebote:“ Was Angler auf den Kanaren wissen müssen

Unsere "zehn Gebote" für Angler sind als Leitfaden für Sicherheit, Respekt und gesunden Menschenverstand am Atlantik gedacht. Unser Autor ist selbst Fischer. Er lebt auf den Kanaren und weiß, wovon er spricht - aus eigener Erfahrung und Beobachtung anderer "Petrijünger".

Von Thomas Koch – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Angeln auf den Kanaren ist ein Vergnügen: warmes Wasser, klare Sicht, beeindruckende Küsten. Doch wer glaubt, hier sei alles entspannt und ungefährlich, hat den Atlantik nicht verstanden.

Das Meer rund um die Kanarischen Inseln ist wunderschön, doch es bleibt gefährlich. Damit niemand als weiterer verunglückter Tourist mit Angel in den Nachrichten landet, folgen hier die Gebote, die jeder Fischer kennen sollte, bevor er die Rute auswirft:

1. Du sollst dir einen Angelschein besorgen. Er kostet nur wenige Euro, Schwarzangeln ist dagegen teuer. Denn die Behörden nehmen unter anderem die Ausrüstung mit. Die Guardia Civil kann sogar das Auto, mit dem zum Angeln gefahren wurde, als Teil der Angelausrüstung beschlagnahmen. Der Atlantik ist großzügig, die Guardia Civil ist es nicht.

2. Du sollst die Schonmaße kennen. Die Kanaren haben klare Regeln – und die Beamten kennen sie auswendig. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, sorgt jedoch für angeregte Gespräche mit der Polizei.

3. Du sollst wissen, welche Fische dich verletzen oder vergiften können. Das Petermännchen ist klein und hochgiftig. Der Rochen trägt einen Stachel, der nicht zur Dekoration dient. Und Muränen sehen aus wie schlechte Laune mit Zähnen. Und sie beißen nicht nur auf den Köder!

4. Du sollst den Atlantik ernst nehmen: seine Strömungen und seine Wellen. Der Atlantik ist kein Baggersee. Die Strömungen reißen dich binnen Sekunden aufs offene Meer hinaus. Die Wellen kommen schnell, unregelmäßig und oft genau dann, wenn man denkt, alles im Griff zu haben. Ein einziger Kaventsmann genügt, um einen Angler vom Felsen zu holen. Mehr zu Strömungen vor den Kanaren gibt es hier.

5. Du sollst erkennen, wenn der Boden nass ist. Nasses Vulkangestein ist kein Zufall. Wenn der Felsen nass ist, gab es kürzlich noch eine Welle. Und Wellen kommen selten allein. Wer trotzdem dort angelt, wartet im Grunde nur darauf, dass der Atlantik sie oder ihn holt. Und niemals sollte man in direkter Küstennähe dem Meer den Rücken zuwenden.

6. Du sollst keine Flip‑Flops tragen. Flip‑Flops gehören an den Strand, nicht auf Klippen oder Felsen. Wer dort angelt, benötigt vernünftige Schuhe mit griffiger Sohle. Alles andere ist Leichtsinn.

7. Du sollst nicht allein auf Felsen klettern. Wer alleine fällt, wird nicht gehört, außer vielleicht von einer Möwe. Doch die ruft keine Hilfe.

8. Du sollst keinen Müll hinterlassen. Neben normalem Abfall dürfen erst recht keine Schnurknäuel aus Angelschnur liegen bleiben. Im Wasser sind sie eine Gefahr für Fische und Schildkröten, an Land eine Gefahr für Vögel.

9. Du sollst stärkeres Gerät benutzen als zuhause. Die Fische hier sind keine Forellen aus dem Stadtpark. Sie haben Kraft, Gewicht und eine Entschlossenheit, die leichtes Gerät gnadenlos überfordert. Wer mit zu schwachem Tackle angelt, riskiert, dass der Fisch mit Haken und Vorfach im Maul entkommt und jämmerlich verendet.

10. Wenn du einem Fisch das Leben nimmst, dann unter dem Vorsatz, ihn zu verzehren. Wer einem Tier das Leben nimmt, trägt Verantwortung. Und die endet erst auf dem Teller. Wer nicht sicher ist, ob er den Fang verwerten kann, sollte ihn gar nicht erst aus dem Wasser ziehen. Alles andere ist Verschwendung und respektlos gegenüber der Natur.

Und dann gibt es noch ein Gebot der Höflichkeit: Ein Angler respektiert die Wahl des anderen. Ist ein Platz bereits besetzt, sucht man sich einen eigenen Spot und hält angemessenen Abstand.

Respekt vor dem Meer ist kein Rat, sondern eine Pflicht. Wer ihn beherzigt, schützt sich selbst, die Natur und alle, die nach ihm kommen.


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Über den Autor

„10 Gebote:“ Was Angler auf den Kanaren wissen müssen

wurde geschrieben von:

Thomas Koch

Thomas Koch ist seit mehr als 50 Jahren Fotograf. Für Teneriffa News ist er mit der Kamera, aber auch mit Block und Stift unterwegs. Zum Autorenprofil von Thomas Koch.

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