Die Post auf Teneriffa arbeitet seit Monaten unter Dauerlast. Sortierzentren sind überfüllt, Zusteller stehen unter Druck und dennoch bleibt die offizielle Post bislang der einzige Dienst, der seine Aufgabe zuverlässig erfüllt: Pakete werden tatsächlich zugestellt. Verspätungen sind häufig, doch die Zustellungen finden statt.
Parallel dazu wächst die Belastung durch den Onlinehandel. Ein Beispiel zeigt die Dimension des Problems: Ein Artikel von 6×2,5×1 Zentimeter, also 15 Kubikzentimeter und damit ungefähr so groß wie ein USB‑Stick, wurde in einem Karton mit den Maßen 20 ×16×10 Zentimeter verschickt. Das entspricht 3200 Kubikzentimetern. Der Karton war damit 213‑mal größer als der Inhalt, der Füllgrad lag bei 0,47 Prozent.
Für eine Insel mit begrenztem Transportvolumen ist das mehr als nur ineffizient. Überdimensionierte Verpackungen blockieren Platz in Containern, Flugfracht und Lieferfahrzeugen. Es geht um Raum, der für tatsächlich notwendige Sendungen fehlt.
Spaniens Post arbeitet auf den Kanaren am Limit
Während Correos trotz dieser strukturellen Herausforderungen zustellt, zeigen private Paketdienste ein anderes Bild. Ein Anbieter verzichtet offenbar grundsätzlich auf Haustürzustellungen und verweist Kunden direkt auf weit entfernte Abholstationen. Ein anderer meldete um 14.03 Uhr einen Zustellversuch um 14.49 Uhr, also einen Zustellversuch, der zeitlich in der Zukunft lag. Dass der Empfänger tatsächlich zu Hause war, spielte keine Rolle.
Nicht zugestellte Pakete gehen nach kurzer Zeit an den Absender zurück. Damit entsteht ein zweiter Transportweg, der vollständig vermeidbar wäre, inklusive erneutem Frachtvolumen und zusätzlichem, unnötigem CO2‑Ausstoß. Fehlerhafte oder gar nicht erst versuchte Zustellungen belasten somit nicht nur die lokale Infrastruktur, sondern auch die Umwelt.
Erfundene Zustellversuche auf den Kanaren
Die Probleme der Insel‑Logistik entstehen nicht nur auf den Kanaren, sondern vor allem dort, wo Entscheidungen über Verpackung und Zustellung getroffen werden. Wenn ein Kleinstartikel in großen Kartons verschickt wird und private Paketdienste Zustellversuche erfinden, ist das kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Defizit.
Während die öffentliche Post trotz Überlastung zustellt, erzeugen andere Anbieter unnötige Wege, Rücksendungen und damit vermeidbare Emissionen. Die Insel trägt die Folgen von Prozessen, die auf Effizienz ausgelegt sind, aber in der Praxis Platz, Zeit und Ressourcen verschwenden.
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Leserkommentare zu:
Die Kanaren-Logistik am Limit
Wir haben ein Päckchen in Puerto de la Cruz nach Deutschland gesendet. Inhalt waren zwei Kochjacken als Geschenk. Das Paket kam nach zwei Monaten wieder zurück. Wir waren da aber schon in Los Christianos und sind dann mit Bus nach Puerto gefahren. Grund war, dass die Zollerklärung aus der Versandtasche gefallen war und DHL das Paket nicht prüfen könnte und entsprechend an den Absender zurück geschickt hat. Wir haben es hier bei der Post abgeholt. Gut geklappt mit Sendungsverfolgung und E-Mail Benachrichtigen… Immerhin.
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