Russlands Geisterflotte ist auch rund um die Kanaren aktiv. Das zeigen zwei aktuelle Beispiele. Die Matros Shevchenko hat die Inseln jetzt passiert. Das Schiff ist mit stark radioaktivem Material beladen. Der Frachter kreuzte den Archipel erst kürzlich, wie das Live-Tracking für Schiffe zeigt (Bild oben).
„Die Regierung weiß gar nicht, wer durch ihre Gewässer fährt“, schreibt „Springbok1973“ bei Twitter. Der Nutzer hinter dem Account stellt sich als „Dozent und Doktor der Navigationsgeschichte“ vor. In dem Beitrag zum russischen Frachter wird weiter von „anhaltender Unkontrollierbarkeit“ der spanischen Hoheitsgewässer gesprochen.
Der unter anderer Flagge für Russland agierende Massengutfrachter transportiere demnach „regelmäßig Rohuran von Togo nach Russland“. Das Uranium ore stammt ursprünglich aus Niger. Dort gibt es eines der größten natürlichen Uranvorkommen der Welt. Russland setzt für den Transport gezielt auf eine Schattenflotte. Und die besteht oft aus maroden Frachtern und Tankern:
Russland bewegt Uran direkt an den Kanaren vorbei
Entsprechend passieren Schiffe mit Uran an Bord häufiger die Kanarischen Inseln. Auch die Matros Shevchenko befuhr bereits mehrfach die Route direkt an den östlichen Kanaren-Inseln Lanzarote und Fuerteventura vorbei. Der User schreibt dazu, dass zudem seit 18 Tagen der Öltanker Agate südlich von Teneriffa treibe. Auch dieses Schiff wird der russischen Geisterflotte zugeschrieben. Es bewegte sich laut Live-Tracking via GPS-Signal in den vergangenen knapp drei Wochen tatsächlich kaum vom Fleck.
Russlands Geisterflotte wird aktuell auf eine Größe von bis zu 1400 Schiffen geschätzt. Die Flotte besteht aus überwiegend maroden Frachtern und Tankern. Sie werden von der Regierung um Wladimir Putin dazu genutzt, internationale Sanktionen und Preisobergrenzen beim Export von Rohöl zu umgehen. Vor allem die EU versucht so, Russland den Zugang zu frische Geld zu erschweren.
So umgeht Russlands Geisterflotte die EU-Sanktionen
Eine offizielle Prüfung oder Antwort der spanischen Regierung gab es bisher nicht. Die Schiffe der russischen Geisterflotte werden von der EU alleridngs beobachtet. 340 der Tanker stehen inzwischen auf einer „Schwarzen Liste“. Damit dürfen Sie strategisch relevante Häfen innerhalb der EU nicht mehr anlaufen. In internationalen Gewässern greifen die Sanktionen jedoch nicht.
Um unerkannt zu bleiben, fahren die Schiffe oft unter der Flagge von Drittländern. Geschäfte werden dann statt in Häfen direkt auf hoher See vollzogen, beispielsweise durch das Umladen auf andere Schiffe. Insbesondere diese Ship-to-Ship-Transfers gelten als besonders gefährlich für die Umwelt.
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Radioaktive Ladung: Maroder Russen-Frachter kreuzt die Kanaren
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