Ein Sportboot hat am Sonntagmittag vor dem Hafen von Las Palmas de Gran Canaria einen schwer verletzten Meeressäuger gemeldet. Gegen 12 Uhr erreichte ein Hinweis das Kontrollzentrum der Hafenbehörde von Las Palmas (APLP). Demnach befand sich der Pygmäen-Pottwal (Kogia breviceps) rund eine Meile südlich der Spitze des Docks. Die Hafenbehörde aktivierte daraufhin umgehend ihre Einsatzkräfte.
Das Patrouillenboot Orca 5 der Hafenpolizei fuhr zum gemeldeten Ort, lokalisierte das Tier und stellte fest, dass es bereits verendet war. Nach ersten Befunden handelte es sich um einen toten Zwergpottwal. Der Körper wies mehrere Verletzungen und Schnittwunden auf. Solche Verletzungen entstehen oft, wenn Schiffe ein Tier rammen.
Die spanische Seenotrettung Salvamento Marítimo beteiligte sich an dem Einsatz und schleppte den Kadaver mit dem Rettungsboot Salvamar Nunki zum Elder-Dock. Die Hafenpolizei sicherte zuvor die Position des Wals und begleitete den Einsatz, der nun in einer Autopsie münden soll.
Toter Zwergpottwal vor Gran Canaria zur Autopsie gebracht
Den Kadaver brachten die Einsatzkräfte anschließend in die Veterinärfakultät der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria. Dort führen Fachleute in Kürze die Sektion durch, um die genaue Todesursache festzustellen. Beamte der Hafenpolizei begleiteten den Transport.
Der Einsatz folgte einem abgestimmten Protokoll zwischen Hafenbehörde, Hafenpolizei und Salvamento Marítimo. Bereits im vergangenen Jahr gab es mehrere Einsätze dieser Art mit gestrandeten und verendeten Meeressäugern an den Küsten Gran Canarias. Erst kürzlich war auch vor Teneriffa ein Delfin verendet.
Schiffskollisionen als häufige Todesursache bei Walen auf den Kanaren
Auf den Kanaren stranden immer wieder Wale, die zuvor mit einem Schiff kollidiert sind. Meist handelt es sich dabei um Schnellfähren. Die Schiffe sind schneller unterwegs als die Tiere in ihrer typischen Reisegeschwindigkeit (mehr dazu unten). Die am Kadaver des Zwergpottwals festgestellten Verletzungen passen zu diesem Muster.
Zum Schutz der Meeressäuger setzen Fachleute künftig auf neue Technik. Radar und Sichtungen sollen anhand von künstlicher Intelligenz dafür sorgen, dass Wale und Delfine vor Zusammenstößen mit Schiffen vor den Kanarischen Inseln geschützt werden.
















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