Corona: Spanien verschärft Einreisebedingungen – Kanaren fordern Reduzierung


Die Regierung der Kanarischen Inseln versucht derzeit, einen neuen Erlass aus Madrid aufzuweichen. Spanien-Reisende aus Risikogebieten sollen künftig einen verpflichtenden PCR-Test vorweisen. Die Kanaren halten diesen Schritt für einen Tourismus-Blocker und fordern, dass auch andere Tests zugelassen werden.

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Es wirkt ein wenig paradox. Und doch versuchen nun ausgerechnet die Kanaren die spanische Zentralregierung bei der Maßnahme herunterzuhandeln, die sie selbst seit Monaten fordern – und sich lange Zeit aus Madrid gebremst fühlten.

Um den Tourismus wieder hochfahren zu können, forderte die Regierung des Archipels, dass Touristen verpflichtend auf Covid-19 getestet werden. Nachdem die Regierung dies lange Zeit blockierte, fanden die Inseln ein Schlupfloch, das es ermöglichte, diese Tests auf die Touristen-Unterkünfte auszulagern. So müssen Gäste, die in einem Hotel oder kommerziellen Apartment-Betrieb Unterschlupf finden, beim Einchecken einen Test vorweisen. Das zugehörige Dekret greift ab Samstag.

Nun, kurz bevor die Maßnahme in Kraft tritt, kündigte Madrid an, dass alle Ankommenden aus Risikogebieten einen negativen PCR-Test vorlegen müssen. Dieser müsse in spanischer oder englischer Sprache verfasst sein und dürfe nicht älter als 72 Stunden sein, heißt es in der derzeitigen Fassung.

Corona-Test für Spanien-Reisende – Strafen von bis zu 6000 Euro

In vielen Ländern, so auch in Deutschland, sind die Labor-Kapazitäten für PCR-Tests jedoch knapp. Anderswo kosten sie zwischen 150 und 200 Euro. Wenn eine vierköpfige Familie nur für die Tests zur Einreise 600 Euro oder mehr zahlen müsse, werde der Urlaub unmöglich, hieß es in einer ersten Reaktion aus dem kanarischen Tourismus-Ministerium. Entsprechend wolle man den Antrag stellen, dass das Dekret auch Antigen-Tests akzeptiere.

Diese Alternative schlägt mit 15 bis 30 Euro zu Buche und ist für das kanarische Dekret, das ab Samstag gilt, ausreichend. Kritiker des Antigen-Test sagen hingegen, dass diese nur zu bestimmten Phasen einer Covid-19-Erkrankung verlässliche Ergebnisse liefere.

Wenn am 23. November die spanische Verordnung greift, sticht diese in jedem Fall das kanarische Gesetz aus. Daher ist es dem regionalen Tourismusministerium so wichtig, die Verordnung im Dialog zu verändern.

Warum Klarheit so wichtig ist, zeigt ein Blick auf den verbundenen Bußgeldkatalog. Dort nämlich steht festgeschrieben, dass bei der Einreise nach Spanien aus einem Risikogebiet ohne negativen PCR-Test Strafen von bis zu 6000 Euro drohen könnten. Der Test müsse zudem nachgeholt und in der Zwischenzeit Quarantäne eingehalten werden. Die spanische Außenministerin Arancha González Laya empfahl daher jüngst in einem TV-Interview, dass Airlines die Tests ihrer Kunden schon vor dem Abflug kontrollieren sollten.

Das neue Dekret ergänze zudem die übrigen geltenden Regelungen, hieß es. Dazu gehört beispielsweise das Ausfüllen eines Formulars schon vor der Abreise. Dadurch wird ein QR-Code generiert, der bei der Einreise gescannt wird. Zudem müssen an allen Häfen und Flughäfen flächendeckende Temperaturkontrollen durchgeführt werden. Eine grundsätzliche Quarantänepflicht für Besucher ist hingegen weiterhin nicht geplant.

Erste Reiseanbieter haben bereits Verträge mit Laboren geschlossen, um der Testpflicht gerecht werden zu können. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes müssen noch einige Unklarheiten beseitigt werden. Die Kanaren würden weiterhin versuchen, Alternativen aufzuzeigen, hieß es am Donnerstag.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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