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Flüchtlinge: 70 Prozent aller Migranten erreichen Spanien über die Kanaren


Die Kanarischen Inseln sind für Flüchtlinge aus Afrika das Tor nach Spanien. 70 Prozent aller Migranten erreichen das Land über die Kanaren.

Lesedauer: 3 Minuten

Sieben von zehn Migranten erreichen Spanien über die Kanarischen Inseln. Zwar ist das südspanische Tarifa als beliebtes Migrations-Ziel bekannt, die Kanaren empfangen dennoch deutlich mehr Flüchtlinge. Das zeigen die jüngsten Zahlen des Innenministeriums.

Mit 37.500 Migranten verzeichnen die Kanarischen Inseln wenige Wochen vor Jahresende einen historischen Wert. Nie zuvor waren so viele Menschen aus mehreren afrikanischen Ländern auf dem Seeweg auf den Kanaren angekommen.

Die Überfahrt gilt als gefährlichste Fluchtroute der Welt. Viele Tausend Menschen lassen jedes Jahr beim Versuch, Spanien auf diesem Weg zu erreichen, ihr Leben. Dennoch haben es in diesem Jahr mehr Menschen denn je versucht. Und das, obwohl so viele Migranten wie nie zuvor daran gehindert wurden.

Migranten erreichen Spanien im Regelfall über die Kanaren

Der bisherige Höchstwert hatte bei 32.000 Migranten gelegen. Damals war der Begriff der “Cayuco-Krise” geprägt worden – benannt nach den meist hochseeuntauglichen Holzbooten, mit denen viele Menschen die Überfahrt auf sich nehmen.

Spanienweit liegt zum ersten Mal seit 2018, als der historische Höchstwert von 57.498 Personen gezählt wurde, bei mehr als 51.000 Ankünften auf dem Seeweg. Die meisten davon erreichten das Land über die Kanarischen Inseln.

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Zahl der Migranten auf den Kanaren steigt weiter

Am 15. Dezember lag die Zahl bei 37.187 Menschen, die an Bord von 561 Booten auf den Kanarischen Inseln ankamen. Das bedeutete bereits einen Anstieg um 140,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die jüngste Zweiwochenbilanz des Innenministeriums zeigt.

Hinzu kommen mindestens acht Boote, die in den darauf folgenden vier Tagen die Küsten der Kanarischen Inseln erreichten. An Bord befanden sich etwa 350 Personen.

Flüchtlings-Situation: Spanien schickt fünftes Rettungsschiff zu den Kanaren

Die Rettungszentrale von Salvamento Marítimo hat in der Folge alle fünf hochmodernen Rettungsschiffe seiner Flotte auf den Kanarischen Inseln stationiert. Damit soll die beispiellose Zahl ankommender Migranten bewältigt werden.

Zuletzt stieß die Urania zur Flotte. Dabei handelt es sich um ein 40 Meter langes Schiff mit einer Reichweite von 2700 Kilometern. Die Urania erreicht bis zu 55 Stundenkilometer und ist mit modernster Rettungstechnik ausgestattet.

Laut Anselmo Pestana, Regierungsvertreter auf den Kanarischen Inseln, soll das Schiff die Rettungskapazität stärken und die Besatzungen der anderen Schiffe entlasten. Diese stünden in den vergangenen Monaten unter “enormem Stress”.

Jedes zweite Flüchtlingsboot in Richtung Kanaren wird noch in afrikanischen Gewässern gestoppt

Neben den Bemühungen Spaniens hat auch Marokko damit begonnen, Boote an der Abfahrt zu hindern. Das Militär fing zuletzt in marokkanischen und westsaharischen Gewässern zwei Boote mit 115 Personen an Bord ab. Alle Migranten wurden nach Angaben der marokkanischen Armee der Königlichen Gendarmerie übergeben, nachdem sie medizinisch versorgt wurden.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska teilte mit, dass die von Spanien in Kooperation mit den Behörden im Senegal eingesetzte See- und Luftüberwachung in den vergangenen zwei Monaten fast jede zweite Abfahrt von Flüchtlings-Booten verhindert habe.

Spanien schiebt vermehrt Migranten ab

In den ersten sechs Monaten des Jahres meldete die spanische Regierung 1984 Ausweisungen. Das waren 15,6 Prozent aller 12.704 angekommenen Migranten in diesem Zeitraum. Grande-Marlaska wies bei seinem jüngsten Auftritt im Abgeordnetenhaus darauf hin, dass Spanien das europäische Land sei, “das die meisten Rückführungen verzeichnet”.



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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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