Fast die Hälfte aller jungen Erwachsenen lebt auf den Kanarischen Inseln noch bei den Eltern. In den vergangenen Jahrzehnten lag das an der Jugendarbeitslosigkeit. Obwohl diese noch immer hoch ist, müssen viele junge Erwachsene aus einem anderen Grund lange bei den Eltern wohnen bleiben.
Denn inzwischen liegt der Grund dafür in den enorm gestiegenen Mieten. Die Mehrheit der Betroffenen hat einen Job und arbeitet sogar in Vollzeit. Dennoch reicht es bei vielen von ihnen nicht, um sich eine eigene Wohnung zu leisten.
Das verändert die Gesellschaft. Denn normalerweise liegt das durchschnittliche Auszugsalter in der EU bei 26,4 Jahren. In Spanien allgemein und besonders auf den Kanarischen Inseln ist es jedoch weitaus höher.
Kanaren: Kinder ziehen inzwischen erst mit mehr als 30 Jahren zu Hause aus
Dort nämlich ziehen junge Menschen erst mit mehr als 30 Jahren aus. Und die Zahl der Betroffenen sowie deren Alter steigen weiter. Derzeit leben daher 46 Prozent der jungen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren weiterhin bei ihren Eltern.
Das bedeutete in den vergangenen zehn Jahren eine Zunahme um zehn Prozentpunkte, wie aus einem Artikel des Analysezentrums zu Wirtschafts- und Sozialforschung, „Funcas“, hervorgeht.
Das Statistikamt der Europäischen Union, Eurostat, macht fehlenden bezahlbaren Wohnraum für diese Entwicklung verantwortlich. Hinzu käme eine niedrige Geburtenrate, so dass der Platz bei den Eltern ausreiche. Doch das bringt weitere Probleme mit sich. Beispielsweise für die Aufrechterhaltung des Rentensystems in der Zukunft.
Wohnraum wird teurer, da Spanien weniger Wohnungen baut als früher
Vor dem Platzen der Immobilienblase sind in Spanien pro Jahr 120.000 neue Wohnungen entstanden. Seit 2015 ist diese Zahl auf 75.000 Wohnungen pro Jahr gesunken. Die heute gebauten Wohnungen werden zu einem höheren Prozentsatz als Eigentumswohnungen geplant. Das dazu nötige Geld fehlt jungen Menschen jedoch.
Gelöst werden kann die Situation aktuell nur durch einen Ausbau des Angebots. Damit würden die Preise wieder sinken. Nötig ist das, da vier von zehn Mietern mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete aufwenden müssen. Das ist mehr als doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt.
Andere Länder haben damit begonnen, touristische Vermietungen zu begrenzen, leerstehende Häuser stärker zu besteuern und die Kredite für den Bau von Sozialwohnungen zu subventionieren, sofern ein Teil davon für bezahlbaren Wohnraum reserviert wird. Auf den Kanaren sind derartige Pläne bisher jedoch nicht absehbar.
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