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Kanaren-Markt ist pleite: “Kanarisches Amazon” schließt für immer


Die Internet-Plattform für kanarische Produkte ist nur ein Jahr nach ihrer Eröffnung schon wieder Geschichte. Der "Canarian Market" schließt seine virtuellen Türen für immer. Das steckt dahinter.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Nur ein Jahr hat der “Offizielle Marktplatz der Kanarischen Inseln” durchgehalten. Unter diesem Slogan war der Canarian Market (“Kanaren-Markt”) mit großen Ankündigungen gestartet worden. Nun ist die Internet-Plattform pleite. Das teilte Geschäftsführer Juan Antonio Alonso mit.

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Angetreten war der Kanaren-Markt als “kanarisches Amazon”. Doch während das Vorbild mit Sonderangeboten von Rekord zu Rekord eilt und inzwischen sogar als Technologie-Gigant Milliarden umsetzt, hat die regionale Plattform nur ein Jahr durchgehalten.

Das Verhältnis von Umsatz zu Ausgaben sei nicht in Einklang zu bringen gewesen, lautet das nüchterne Fazit des Betreiber-Unternehmens Gestión del Medio Rural, kurz GMR. Aus diesem Grund schließe der Kanaren-Markt nun für immer seine Pforten. Doch zur Wahrheit gehört auch etwas anderes.

Pleite des “Kanaren-Markt” für Lebensmittel stand seit Dezember fest

Alonso sagte, dass die Analyse der Konten auch keine langfristigen Erfolgsaussichten nahegelegt hätte. Auch wenn der “Canarian Market” in verschiedenen Sprachen als “der Marktplatz für kanarische Produkte” angepriesen wurde, erreichte die Plattform die Käufer nicht.

Seit Jahresbeginn war dort zu lesen, dass “nach den Weihnachtsfeiertagen” die “Auffüllung des Lagerbestands” vorgenommen werde, weshalb “Online-Einkäufe bis auf Weiteres deaktiviert” blieben. Nun ist klar, dass es in Wahrheit schon zum Jahreswechsel schlecht um die kanarische Handelsplattform bestellt war.

“Kanaren-Markt” war viel zu teuer

In Wahrheit war der “Kanaren-Markt” nicht nur zu unbekannt, sondern auch viel zu teuer. Im Rahmen der Analyse kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass einige der 750 Produkte seiner 95 angeschlossenen, kanarischen Hersteller bis zu 300 Prozent teurer angeboten wurden als in den Geschäften vor Ort. Das habe maßgeblich zu ausbleibenden Verkäufen beigetragen, lautet die Erkenntnis.

Die jährlichen Kosten für den Betrieb der kanarischen Handelsplatform lagen am Ende bei 238.000 Euro. Der Umsatz hingegen erreichte nur 167.000 Euro. Für Alonso stand daher fest, “dass es notwendig war, Maßnahmen zu ergreifen”.

Mit seiner Rückkehr zu GMR im Juli wurden allerhand Rechnungen angestellt. Alonso kam zu dem Ergebnis, dass mindestens eine Million Euro umgesetzt werden mussten, um das Portal in profitable Regionen zu führen. Die finanziellen Mittel, um entsprechende Werbung zu schalten, seien jedoch nicht vorhanden gewesen.

Auch ohne Kanarenmarkt: Plattform-Idee soll bestehen bleiben

Die Investoren hätten sich ob dieser Erkenntnisse wenig bereit erklärt, weiterhin Verluste zu schreiben, sagt Alonso. Aus diesem Grund sei im Dezember entschieden worden, das Projekt zu beenden.

Die grundsätzliche Idee solle jedoch beibehalten werden. Alonso teilte mit, dass das Team an neuen Möglichkeiten arbeite, kanarische Agrar-Produkte zu vermarkten. Ob das in Kooperation mit dem großen Vorbild geschehe, bleibe abzuwarten. “Wir werden alle Plattformen, die wir finden, erkunden und versuchen, sie zu nutzen”, kündigte Alonso an.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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