Ryanair schließt Standorte auf den Kanaren „im Chaos“


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Ryanair hat seine Standorte auf den Kanarischen Inseln am vergangenen Mittwoch endgültig geschlossen. Der irische Billigflieger hatte die Entscheidung dazu bereits vor mehreren Monaten bekanntgegeben. Das Personal habe laut Gewerkschaft USO trotzdem noch zu Tagesbeginn noch nichts Genaues gewusst. Ein Gewerkschaftsvertreter sprach von „Chaos und Fehlinformationen“.

Der irische Billigflieger Ryanair hat seine Drohung wahr gemacht und Anfang Januar seine Stützpunkte auf den Kanarischen Inseln geschlossen. Am Morgen waren die auf den Kanaren stationierten Maschinen am Boden geblieben. Es kamen lediglich Verbindungen von anderen Standorten auf den Kanarischen Inseln an. Diese Maschinen wurden auch planmäßig für den Rücktransport abgefertigt.

Bisher waren auf den Kanaren mehrere Flugzeuge und entsprechendes Personal stationiert. Vier Maschinen hatten ihre feste Heimat auf Teneriffa, drei auf Gran Canaria und zwei auf Lanzarote. Jedes der Flugzeuge absolvierte täglich vier Flüge, womit die auf den Kanaren stationierten Maschinen auf 36 Flugverbindungen pro Tag kamen. Die laut USO-Sprecher Jairo González damit verbundenen rund 6800 Sitzplätze gingen somit verloren, was neben den direkt bei Ryanair Beschäftigten auch den Tourismus-Sektor des Archipels trifft.

Ryanair schließt Standorte auf den Kanarischen Inseln – Angestellte erhalten Kündigung verzögert

González zufolge waren bis Mittwoch lediglich sechs Flugbegleiter (drei auf Teneriffa, zwei auf Gran Canaria, einer auf Lanzarote) sowie ein Viertel der Piloten umgesiedelt worden. Die restlichen der fast 300 Beschäftigten hatten nach Angaben der Gewerkschaft zunächst keine weiteren Informationen über ihre Situation erhalten.

Zwar hatte Ryanair die Schließung bereits vor Monaten bekanntgegeben, dennoch sprach USO-Sekretär Jairo Gonzalo gegenüber Europa Press von „Chaos und Fehlinformationen“. Dem Gewerkschafter zufolge hätte Ryanair den Beschäftigten einen Monat im Voraus kündigen müssen. Die Beschäftigen seien hingegen lediglich für 17 Uhr in die Basis bestellt worden, um dort die Dienstausweise und Uniformen abzugeben. Dort hätten sie dann auch ihre Kündigungsschreiben ausgehändigt bekommen, hieß es.

Auch die Gewerkschaft Sepla hatte die Schließung der Basen auf den Kanarischen Inseln zwischenzeitlich kritisiert. Die Lotsenvereinigung sah die Notwendigkeit der Massenschließung als „nicht ausreichend begründet“ an.

Lanzarote zahlt Ryanair dennoch 175.000 Euro für Werbe-Maßnahmen

Ein zwischen der PR-Abteilung der Regierung Lanzarotes und Ryanair eingefädelter Werbe-Deal bliebe unterdessen unangetastet, berichteten Vertreter der Insel. Demnach würden dem Billigflieger 175.000 Euro dafür gezahlt, dass er über die eigenen Kanäle Urlaub auf der östlichen Kanaren-Insel bewirbt.

Dadurch, dass Lanzarote nicht gänzlich aus dem Programm geflogen war, sondern lediglich die beiden dort stationierten Flugzeuge stillgelegt wurden, sei der Deal weiterhin wirksam, hieß es.

Auf Passagiere mit bereits gebuchten Flugtickets soll sich die Schließung der Ryanair-Basen auf den Kanarischen Inseln nicht auswirken. Sie werden mit Maschinen aus anderen Standorten transportiert.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.