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Donnerstag, 30. Juli 2026
Kanaren

Seltenes Naturschauspiel: Was eine Calima alles auf die Kanaren trägt

Hitze Staub und einige kleine Insekten reisen mit einer Calima auf die Kanaren. Doch manchmal sind auch größere Besucher dabei.

Im Norden Teneriffas reden die Leute dieser Tage über afrikanische Wanderheuschrecken. Wer dabei sofort an eine biblische Heuschreckenplage denkt, liegt allerdings weit daneben, denn von einer bedrohlichen Plage kann hier keine Rede sein.

Auf die Kanaren kommen die Tiere nicht aus eigenem Antrieb, sondern als blinde Passagiere kräftiger Calima-Winde, die sie über den Atlantik tragen. Liegt über Nordafrika ein kräftiges Hochdruckgebiet und entsteht westlich der Kanaren gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet, bildet sich eine ausgeprägte Südostströmung. Diese transportiert Staub, Sand und leichte Insekten wie auf einem unsichtbaren Förderband bis zu den Kanarischen Inseln.

Wer in Tacoronte, La Matanza oder Puerto de la Cruz so ein Tier sieht, hat keinen Schwarm vor sich. Es handelt sich um vereinzelte Exemplare, die schlicht zufällig in diese Strömung geraten sind.

Heuschrecken reisen mit Calima auf die Kanaren

Aus meteorologischer Sicht steckt hinter dem Vorgang einiges, denn eine Calima ist viel mehr als bloß eine Staubwolke. Über hunderte Kilometer schleppen die Luftmassen ihre Partikel mit und sind oft schon nach wenigen Stunden bei den Kanaren angekommen.



Dass dabei auch Heuschrecken mitgerissen werden, kommt selten vor, ungewöhnlich ist es deswegen aber nicht. Erschöpft landen die Tiere auf der Insel, verstreut über mehrere Gemeinden, und sind meist genauso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind.

Dass sich die afrikanische Wanderheuschrecke auf Teneriffa vermehren könnte, ist praktisch ausgeschlossen. Für die Eiablage braucht die Art extrem heiße, trockene Böden, danach kurze, intensive Regenfälle und im Anschluss erneut Hitze und Feuchtigkeit, damit die Larven überhaupt schlüpfen können.

Genau diese Abfolge gibt es auf Teneriffa nicht, und im feuchteren Norden schon gar nicht. Hinzu kommt, dass die hohe Populationsdichte, die für eine Schwarmbildung nötig wäre, völlig fehlt. So bleiben die Tiere Einzelgänger, finden keine passenden Bedingungen und sterben nach kurzer Zeit ab.

Eine Gefahr für die Landwirtschaft besteht daher nicht, und auch die Behörden sehen keinen Anlass zur Sorge. Die Heuschrecken sind ein Nebenprodukt einer Wetterlage, die die Kanaren immer wieder prägt und die Verbindung wie auch die Nähe zwischen Afrika und dem Archipel sichtbar macht.

Für die Menschen vor Ort bleibt vor allem ein ungewöhnlicher Anblick, der daran erinnert, wie eng Naturphänomene miteinander verwoben sind und welche weitreichenden Auswirkungen eine Calima haben kann.

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