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Seltenes Naturschauspiel: Was eine Calima alles auf die Kanaren trägt

Hitze Staub und einige kleine Insekten reisen mit einer Calima auf die Kanaren. Doch manchmal sind auch größere Besucher dabei.

Von Thomas Koch – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Afrikanische Wanderheuschrecken sorgen im Norden Teneriffas derzeit für Aufmerksamkeit. Doch das Phänomen hat weit weniger mit einer bedrohlichen Plage zu tun, als es die erste Assoziation einer biblischen Heuschreckenplage nahelegen würde.

Die Tiere gelangen nicht aus eigener Kraft auf die Kanaren, sondern werden von starken Calima-Winden über den Atlantik getragen. Wenn über Nordafrika ein kräftiges Hochdruckgebiet liegt und westlich der Kanaren ein Tiefdruckgebiet entsteht, bildet sich eine ausgeprägte Südostströmung, die Staub, Sand und leichte Insekten wie auf einem unsichtbaren Förderband bis zu den Kanarischen Inseln transportiert.

Was in Tacoronte, La Matanza oder Puerto de la Cruz ankommt, sind deshalb keine Schwärme, sondern vereinzelte Tiere, die zufällig in diese Strömung geraten sind.

Heuschrecken reisen mit Calima auf die Kanaren

Meteorologisch betrachtet ist der Vorgang faszinierend, denn eine Calima ist weit mehr als nur eine Staubwolke. Die Luftmassen tragen Partikel über hunderte Kilometer und erreichen die Kanaren oft innerhalb weniger Stunden.

Dass dabei auch Heuschrecken mitgerissen werden, ist selten, doch keineswegs ungewöhnlich. Die Tiere landen erschöpft auf der Insel, verstreut über verschiedene Gemeinden, und verschwinden meist ebenso schnell wieder, wie sie gekommen sind.

Eine Vermehrung der afrikanischen Wanderheuschrecke auf Teneriffa ist praktisch ausgeschlossen. Die Art benötigt für die Eiablage extrem heiße, trockene Böden, gefolgt von kurzen, intensiven Regenfällen und anschließend wieder Hitze und Feuchtigkeit, damit die Larven schlüpfen können.

Diese Abfolge gibt es auf Teneriffa nicht, schon gar nicht im feuchteren Norden. Auch die für eine Schwarmbildung notwendige hohe Populationsdichte fehlt vollständig. Die Tiere bleiben Einzelgänger, finden keine geeigneten Bedingungen und sterben nach kurzer Zeit ab.

Für die Landwirtschaft besteht daher keine Gefahr und auch die Behörden sehen keinen Anlass zur Sorge. Die Heuschrecken sind ein Nebenprodukt einer Wetterlage, die die Kanaren immer wieder prägt und Verbindung wie Nähe zwischen Afrika und dem Archipel sichtbar macht.

Für die Menschen vor Ort bleibt das Ereignis vor allem ein ungewöhnlicher Anblick, der daran erinnert, wie eng Naturphänomene miteinander verwoben sind und wie weitreichend die Auswirkungen einer Calima sein können.


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Über den Autor

Seltenes Naturschauspiel: Was eine Calima alles auf die Kanaren trägt

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Thomas Koch

Thomas Koch ist seit mehr als 50 Jahren Fotograf. Für Teneriffa News ist er mit der Kamera, aber auch mit Block und Stift unterwegs. Zum Autorenprofil von Thomas Koch.

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