Vulkanausbruch auf La Palma weiter möglich: 70 Erdbeben in wenigen Stunden


Auf La Palma sind am Sonntagmorgen bereits 70 Erschütterungen registriert worden. Die bislang stärkste erreichte einen Wert von 3,3 auf der Richterskala. Die Beben entstehen teilweise nah an der Erdoberfläche.

Lesedauer: 3 Min.

Um 6.28 Uhr erlebte La Palma das bis dahin stärkste von bereits 70 Beben am Sonntagvormittag. Mit einem Wert von 3,3 auf der Richterskala gilt es als „sehr leicht“, dabei aber spürbar. Wie die Forscher des Instituto Geográfico Nacional (IGN) berichten, wurden die meisten der Bewegungen unterhalb der Gemeinde El Paso registriert.

Inzwischen entstehen die Beben in immer geringerer Tiefe. Die rund 70 Erschütterungen am Sonntag seien in einer Tiefe zwischen einem und acht Kilometern gemessen worden, hieß es weiter.


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Ein weiteres spürbares Beben hatte sich mit einer Stärke von 3,2 um 7.12 Uhr ereignet. Die Tiefe dieser Erdbewegung konnte bislang noch nicht bestimmt werden.

Bereits am Samstag hatte es etwa 110 Beben gegeben. Auch wenn die Bewegungen zuletzt weniger stark waren, bleibt die Gelbe Warnstufe für den Südwesten weiter erhalten. Besonders betroffen sind dort die gemeinden Mazo, El Paso, Los Llanos de Aridane, Fuencaliente und Tazacorte.

Vulkan-Risiken: Kanaren aktivieren Warnstufe Gelb für La Palma

Die Generaldirektion für Sicherheit und Notfälle der Regierung der Kanarischen Inseln aktivierte bereits in der vergangenen Woche den Sonderplan für den Katastrophenschutz und Notfälle aufgrund von Vulkanrisiken (Pevolca). Die Experten tagen seither regelmäßig.

Nach dem Treffen am Samstag hatten sie mitgeteilt, dass stärker werdende Erdbeben nicht mehr ausgeschlossen werden können. Künftig sei es auch möglich, dass Gebäude Schaden nehmen werden. Dies sei durch die Beben selbst oder beispielsweise davon verursachte Steinschläge möglich.

Anwohner auf La Palma sollen aufmerksam bleiben

Unterdessen verformt sich auch die Oberfläche La Palmas weiter. Die Behörden baten Anwohner und Besucher darum, Anomalien zu melden. Dies gelte neben sichtbaren Verformungen auch für spürbare Änderungen der Temperatur, des Geruchs oder beispielsweise der Farbe des Wassers. Auch abnormales verhalten von Tieren könne ein wichtiger Hinweis sein.

Außerdem werden Anwohner weiterhin gebeten, die Kommunikation der Behörden zu verfolgen und ernst zu nehmen. Dennoch bestehe derzeit kein Grund zu Panik oder Aktionismus. Ein Ausbruch kündige sich lang genug vorher an und derzeit gibt es noch keine Hinweise auf entsprechende Aktivität.

Knapp 23.000 Erschütterungen auf La Palma

Angaben des IGN zufolge wurden seit dem 11. September knapp 5500 Erdbeben in der Region der Vulkan-Kette Cumbre Vieja festgestellt. Davon konnten mehr als 1100  exakt geortet werden. Das Vulkanologische Institut der Kanarischen Inseln (Involcan) registrierte mit seinen Mess-Methoden seit dem Morgen des 10. September sogar mehr als 22.700 Erd-Bewegungen und konnte davon mehr als 1200 orten.

Zuletzt hatte es im Jahr 1971 einen Vulkanausbruch auf La Palma gegeben. Bis 2017 war die Erde unterhalb der Kanaren-Insel still. Seit etwa vier Jahren nimmt die Aktivität allmählich wieder zu. Im vergangenen Jahr hatte dann plötzlich auch die Helium-3-Konzentration bei Cumbre Vieja stark zugenommen, was einen Hinweis auf magmatische Aktivität darstellte. Seit der vergangenen Woche ist nun klar, dass sich flüssiges Gestein unterhalb der Insel in Bewegung gesetzt hatte. Mehr dazu lesen Sie nachfolgend:

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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