Vulkanausbruch möglich: Erdkruste von La Palma hebt sich um zehn Zentimeter


Auf La Palma entwickelt sich die Lage immer schneller. Die Erdoberfläche hat sich inzwischen um rund zehn Zentimeter gehoben. Experten schließen einen Vulkanausbruch nicht mehr aus.

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Knapp 21.000 Erschütterungen haben die Experten des Vulkanischen Instituts der Kanarischen Inseln (Involcan) in der vergangenen Woche auf La Palma registriert. Viele von ihnen waren so gering, dass sie weder spürbar noch exakt zu bestimmen waren. Doch es gab auch größere Erschütterungen. Ausgelöst werden sie durch Magma, das sich einen Weg an die Erdoberfläche zu bahnen versucht.

Der seismische Schwarm, der seit Samstag die Umgebung des Vulkans Cumbre Vieja auf der Kanaren-Insel erschüttert, hat inzwischen eine Deformation der Erdoberfläche um rund zehn Zentimeter verursacht. Experten hatten noch vor wenigen Tagen angekündigt, dass es erst kritisch werde, wenn ein Wert von mindestens 15 Zentimetern erreicht werde. Damals hatte die Erhebung nur etwa 1,5 Zentimeter betragen.


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Innerhalb weniger Tage ist dieser Wert nun stark angestiegen. Dennoch muss es nicht zwingend zu einem Ausbruch kommen, heißt es aus dem Involcan. Unumstritten ist hingegen, dass Magma aus dem Erdinneren nach oben drückt. Der größte Druck wird dabei nach Angaben der Forscher unterhalb der Gemeinden El Paso und Mazo registriert.

Zuletzt hatte Involcan berechnet, dass sich rund elf Millionen Kubikmeter Magma in Richtung der Erdoberfläche bewegen (mehr dazu hier). Diese Menge entspricht rund einem Viertel dessen, was beim Ausbruch des Teneguía-Vulkans auf La Palma im Jahr 1971 an die Erdoberfläche transportiert worden war.

Erdbeben auf La Palma nehmen zu

Unterdessen haben die Beben in den Gemeinden Los Llanos de Aridane, El Paso, Fuencaliente und Mazo, für die weiterhin eine Warnung der Stufe Gelb gilt, zugenommen. Seit Donnerstag treffen sich nun auch Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses, der laut dem Plan für Zivilschutz und Notfallhilfe der Kanarischen Inseln bei Vulkanrisiken (Pevolca) vorgesehen ist. Ziel ist es, die seismischen Aktivitäten und mögliche davon ausgehende Gefahren regelmäßig neu einzuordnen.

Die regionale Regierung möchte in einem nächsten Schritt mit Drohnen die Temperatur des Bodens überwachen lassen. Außerdem sollen Satelliten zum Einsatz kommen und Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen hinzugezogen werden. Auf diese Weise sollen die nächsten Schritte koordiniert und die am stärksten deformierten Punkte lokalisiert werden.

La Palma: Anwohner sollen Notfall-Sets bereithalten

Derweil besuchte der Bürgermeister von El Paso, Sergio Rodríguez, in Begleitung mehrerer Stadträte und Mitarbeiter des Rathauses die betroffenen Gebiete, um die Anwohner über die aktuelle Warnstufe zu informieren. Zudem empfahl er ihnen, ein Notfall-Set bereitzuhalten, falls die Häuser schnell verlassen werden müssen.

Gleichzeitig nutzte Rodríguez die Gelegenheit, einige Falschaussagen, die über soziale Netzwerke verbreitet wurden, richtigzustellen. Dort hatte es bereits verschiedene Fehlinformationen gegeben. Der Stadtrat wies darauf hin, dass „noch niemand gesagt hat, dass evakuiert wird“.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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