Ab sofort kümmert sich die Inselverwaltung von Lanzarote in Eigenregie um die Wasserversorgung. So hat es die Verwaltung am Montag in einer Sondersitzung entschieden, nachdem es immer wieder zu Problemen mit dem Wassersystem der Kanaren-Insel gekommen war. Der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber „Canal Gestión“ soll deshalb aufgelöst werden.
Gemeinsam mit den Gemeinden der Insel fiel der Beschluss einstimmig. Den Hintergrund bilden wiederholte schwere Probleme bei der Trinkwasserversorgung, dazu kommen strukturelle Mängel in Wartung und Betrieb.
Die Engpässe bei der Versorgung auf Lanzarote haben eine lange Vorgeschichte. Als Hauptursachen führen mehrere technische Gutachten den Verschleiß und die Vernachlässigung der Infrastruktur an. An der Meerwasserentsalzungsanlage in Janubio zeigt sich das besonders deutlich.
Schlechte Wasserversorgung auf Lanzarote
Mehr als drei Monate lang stand an der Anlage eine defekte Förderpumpe still. Dem Netz der Insel fehlten dadurch täglich rund 5500 Kubikmeter Frischwasser. Die Gemeinde Yaiza musste deshalb immer wieder mit Wasserunterbrechungen leben.
Ein Gutachten, das seit Anfang des Monats vorliegt, sieht die Defizite über die gesamte Versorgungskette verteilt. Von der Entsalzung über die Verteilung bis hin zu Reinigung und Wiederverwertung gebe es zahlreiche Mängel. Die Berichte halten anhaltende Versäumnisse des Betreibers fest und sprechen davon, dass es an vorbeugender Wartung fehle und auf kritische Störungen zu langsam reagiert worden sei.
Lanzarote beschließt Übernahme der Wasserwirtschaft einstimmig
Insel-Präsident Oswaldo Betancort hob hervor, dass das parteiübergreifende Vorgehen das Wohl der Bevölkerung über politische Differenzen stelle. Wasserdezernent Domingo Cejas begründete den Eingriff mit technischen und rechtlichen Argumenten. Vorerst gilt die Übernahme als vorläufig und soll nach den Statuten des Wasserkonsortiums weiter abgesichert werden. Den Prozess zur endgültigen Auflösung des Vertrags treibt die Verwaltung nun voran.
Die meisten Arbeitsplätze bei „Canal Gestión“ sollen nach den Worten von Betancort erhalten bleiben, denn die Mitarbeitenden sollen den laufenden Betrieb sicherstellen. Dem bisherigen Betreiber bleiben unterdessen zehn Werktage, um Einwände vorzubringen.
















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