Der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sorgt für internationalen Kerosin-Mangel. Die Lage trifft auch den Kanaren-Tourismus und damit die Wirtschaft der Inseln direkt.
Laut der Internationalen Energieagentur reichen die europäischen Kerosin-Reserven noch etwa sechs Wochen, falls nicht zügig neue Quellen erschlossen werden. Große europäische Airlines haben bereits reagiert.
KLM strich die Zahl der Flüge von und nach Amsterdam im Mai um 160. Die Lufthansa-Gruppe fuhr den Betrieb zurück, schloss die Tochtergesellschaft CityLine und legte sechs Flugzeuge still. EasyJet und weitere Gesellschaften streichen nach eigenen Angaben ebenfalls unrentable Verbindungen. Volotea erhebt einen Aufschlag von bis zu 14 Euro pro Ticket. Ryanair will die gestiegenen Treibstoffkosten im Sommer über höhere Ticketpreise weitergeben. Und das sorgt für Sorgen im wichtigsten Wirtschaftsmotor der Kanaren:
Kanaren-Tourismus in Sorge vor Kerosin-Mangel
Die Kanaren sind auf den Flugverkehr besonders angewiesen, da es kaum Alternativen zur Anreise gibt. Zu Beginn der Sommersaison drohen sinkende Ankunftszahlen: Ausfälle, reduzierte Frequenzen und teurere Tickets könnten die Buchungen bremsen. Die wichtigsten Quellmärkte – Deutschland, Großbritannien und die Niederlande – sind davon besonders betroffen.
Der Internationale Verband der Flughäfen (ACI) warnte die EU in Brüssel bereits in der vergangenen Woche schriftlich. Dort wird die Lage als schärfer eingeschätzt. Es heißt: Sollte der Nahostkonflikt anhalten und die Blockade am Persischen Golf bestehen bleiben, drohen sogar schon binnen drei Wochen ernste Engpässe beim Flugbenzin. Bislang stammten 75 Prozent der europäischen Kerosin-Importe aus den vom Konflikt direkt oder indirekt betroffenen Regionen.
Steigende Strom- und Gas-Preise belasten die Kanaren zusätzlich
Neben dem Flugverkehr bedroht der Preisschub bei Öl und Gas die gesamte Wirtschaft der Kanarischen Inseln. Steigende Strompreise, höhere Transport- und Lieferkosten sowie teurere Waren und Dienstleistungen werden erwartet.

Als Außengebiet der EU gelten die Kanarischen Inseln für Preisschocks dieser Art als besonders anfällig. Nahezu alle lebensnotwendigen Güter müssen importiert werden.
Kanaren-Tourismus in Sorge, EU sieht noch keine Probleme
Laut EU-Kommission gebe es im Staatenverbund aktuell keinen akuten Kerosin-Mangel. Brüssel räumte jedoch ein, dass bei anhaltenden Spannungen im Nahen Osten in den kommenden Wochen Versorgungsprobleme entstehen könnten.
Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln verfolgt die Entwicklung mit Sorge: Jede weitere Kürzung im Flugangebot habe erhebliche Folgen für Arbeitsplätze und Unternehmen auf den Inseln, heißt es von dort.
US-Präsident Donald Trump, der als Auslöser der aktuellen Krise gilt, kündigte gegenüber dem Iran eine harte Linie an. Eine schnelle Entspannung gilt aktuell als unwahrscheinlich.












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So bedroht der Iran-Krieg den Kanaren-Tourismus
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