Der große Stromausfall auf Teneriffa hat für die Verantwortlichen ein teures Nachspiel: Die Regierung der Kanaren-Insel fordert sechs Millionen Euro Schadenersatz. Allerdings stellen sich die Politiker auf einen langen und äußerst zähen Rechtsstreit ein.
Eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,03 Prozent hatte der Betreiber des betroffenen Umspannwerks bei der Eröffnung im Jahr 1993 angekündigt. Doch trotz aller Rechenbeispiele, die einen totalen Stromausfall als unwahrscheinlich darstellten, hatte Teneriffa am 29. September einen Blackout erlebt, der nahezu die gesamte Insel für rund neun Stunden lahmgelegt hatte.
Der Minister für ökologischen Wandel, Bekämpfung des Klimawandels und territoriale Planung der kanarischen Regierung, José Antonio Valbuena, forderte nun bei einer Plenarsitzung des Parlaments Schadenersatz in Höhe von sechs Millionen Euro. Doch der Politiker erklärte sogleich, dass er von einem langen und zähen Rechtsstreit ausgehe.
Totaler Stromausfall auf Teneriffa: Regierung rechnet mit langem Rechtsstreit
Zwei bis drei Jahre werde das entsprechende Gerichtsverfahren dauern, sagte Valbuena bei der Sitzung, da der Prozess aus 18 Schritten bestehe. Zudem müsse sich die Regierung juristisch sehr gut wappnen. In früheren Verhandlungen dieser Art hätten die Unternehmen Sanktionen durch akribische Vorbereitung abwenden oder zumindest stark eindämmen können. Dennoch dürfe es nicht passieren, dass profitorientierte Unternehmen nach einem Zwischenfall dieser Größenordnung ungestraft davon kämen.
Der totale Stromausfall hatte sich nach einem Unfall im Umspannwerk von Granadilla de Abona ereignen. In der Folge war Teneriffa zunächst nahezu flächendeckend ohne Strom gewesen. Nur sukzessive wurden einzelne Regionen Teneriffas wieder ans Stromnetz angeschlossen. Erst nach rund neun Stunden war die Stromversorgung wieder komplett hergestellt.
Die Bilanz des totalen Stromausfalls auf Teneriffa lesen Sie hier.
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Nach Stromausfall auf Teneriffa: Regierung fordert 6 Millionen Euro Schadenersatz
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