Stromausfall legt ganz Teneriffa lahm – Eine Zwischenbilanz


Wie sehr das Leben in der heutigen Zeit von vermeintlich unendlichen Ressourcen wie Strom abhängt, ist am Sonntag auf Teneriffa eindrucksvoll unterstrichen worden. Fast zehn Stunden lang hatten die größten Teile der Insel keine Elektrizität. Menschen saßen in Aufzügen fest, Kühlschränke und Computer quittierten ihren Dienst, die Straßenbahnen und Ampeln blieben dunkel und stehen, Restaurants mussten schließen. Eine Spurensuche.

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Neuneinviertelstunden lang blieb Teneriffa nahezu komplett dunkel, nachdem am Sonntag um 13.10 Uhr eine Explosion im Umspannwerk von Granadilla de Abona für eine Kettenreaktion in der Stromversorgung Teneriffas und damit für einen inselweiten Blackout gesorgt hatte. Hunderttausende Einwohner und zehntausende Touristen mussten ohne Strom auskommen. Lediglich die Krankenhäuser sowie die beiden Flughäfen kamen mit Notstromaggregaten über die Zeit. Auch einige Hotels waren vom Stromausfall auf Teneriffa Dank eigener Generatoren nicht betroffen.

Um kurz vor halb Elf Uhr nachts hat Teneriffa wieder Strom

Ab etwa 20.15 Uhr gab es dann in ersten Haushalten der Ballungszentren, wie der Hauptstadt Santa Cruz, der Region La Laguna und in Puerto de la Cruz, sukzessive wieder Strom. Das meldete der örtliche Versorger „Endesa“. Ab 22.25 Uhr, nach mehr als neun Stunden, hatten dann auch die übrigen Teile Teneriffas wieder Elektrizität.

Das betroffene Umspannwerk wird von „Red Eléctrica de España“ (REE) betrieben. Es liegt in Granadilla de Abona im Süden der Insel. Seit 2004 betreibt REE auch auf den Kanarischen Inseln verschiedene Anlagen. Zuvor war das Unternehmen bereits auf dem spanischen Festland eingestiegen.

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Stromausfall auf Teneriffa: Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz

Der Grund für die langsame Reaktivierung der elektrischen Energie sei nach Angaben der Stromerzeuger auch in der Beschaffenheit der Geräte begründet. Einige davon würden mehrere Stunden benötigen, um den Dienst wieder komplett aufnehmen zu können. Diese Trägheit sei nötig, um beispielsweise Lastspitzen besser abfangen und so einen erneuten Zusammenbruch des Stromnetzes vermeiden zu können. Auch hunderte Windkraft-Räder waren aus Sicherheitsgründen vorübergehend deaktiviert worden.

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Nicht nur die Techniker, sondern auch Polizei und Feuerwehr waren am Sonntag im Dauereinsatz: Wie der zentrale Notruf der 112 meldet, seien die meisten Einsätze durch stehengebliebene Aufzüge ausgelöst worden. Allein 30 davon waren in Santa Cruz registriert worden. Die Polizei meldete zudem, dass der Verkehr durch sehr umsichtiges Handeln der Autofahrer weitgehend unfallfrei geblieben sei. Auch der Notruf sei mit gerade einmal 700 Anrufen weniger konsultiert worden als gedacht. Allerdings waren auch weite Teile der Handynetze zusammengebrochen.

„Ein grundlegender und wesentlicher Dienst wurde unterbrochen. Wir haben eine Untersuchung eröffnet, um sowohl die Ursachen für das Geschehene als auch die Verantwortlichkeiten zu ermitteln“, sagte der Minister für Ökologischen Wandel, Bekämpfung des Klimawandels und Raumordnung, José Antonio Valbuena.

Die Gründe für den Vorfall seien schonungslos aufzudecken. Dabei solle vor allem erarbeitet werden, wie ein solch langer Stromausfall in Zukunft vermieden werden könne, hieß es weiter.

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