Der Applaus für die Milliarden-Ankündigung zum Umbau mehrerer Kanaren-Flughäfen ist kaum verhallt, schon gibt es erste Rückschläge: Teneriffa-Süd sollte den größten Teil vom Kuchen abbekommen, doch niemand ruft das Geld ab. Der teilprivatisierte Flughafenbetreiber AENA teilte mit, dass sich kein Bauunternehmen für den Auftrag beworben habe.
Immerhin 500 Millionen Euro stehen für das Paket im Raum. Doch als die Frist am 15. September endete, hatte niemand auf die Ausschreibung reagiert. Damit ist der Umbau nicht vom Tisch, der ohnehin straffe Zeitplan hingegen schon.
Teneriffas Insel-Präsidentin Rosa Dávila teilte am Dienstag ihre «Enttäuschung» über den Rückschlag mit. Einher ging der Auftrag an den Betreiber, die Gründe zu eruieren und zu reagieren. Und die gelten als recht simpel:
Teneriffas Flughafen will zu viel
AENA geriet zuletzt von verschiedenen Seiten wegen tendenziell gierigen Handelns in die Kritik. Nicht alle dieser Kritikpunkte waren für Außenstehende immer nachvollziehbar. Dennoch steht unterm Strich der Rückzug von Ryanair von zahlreichen Flughäfen in Spanien aufgrund von Preiserhöhungen AENAs. Auch die Kanarischen Inseln sind davon betroffen.
Hinzu kommt Kritik aus der Pandemiezeit, als Geschäftsinhaber den Airportmanagern Gier vorwarfen: Trotz geschlossener Terminals sollten die Geschäftsleute die volle Pacht bei zugleich Nullumsätzen entrichten. Einigen Unternehmen drohte nach mehreren Monaten die Insolvenz, AENA zeigte sich unbeeindruckt.
Jetzt gibt es erneut Kritik. Diesmal geht es um den Auftrag zum Umbau. Immerhin eine halbe Milliarde Euro steht im Raum. Das Paket ist also für größere Bauunternehmen durchaus interessant. Allerdings, so heißt es, sei das geforderte Umbauvolumen zu groß, oder das Millionen-Paket zu klein. Man wolle zu viel für dann wiederum zu wenig Geld, lautet der Tenor in Wirtschaftskreisen.
Teneriffa: Flughafenbetreiber in der Kritik
Der Umbau des Süd-Flughafens ist damit keinesfalls vom Tisch. Der Airport weist zahlreiche Sanierungsstaus auf und benötigt so oder so eine Frischzellenkur. Hinzu kommt, dass AENA viele Millionen Euro Mehreinnahmen winken, wenn der geplante Umbau erst umgesetzt wurde. Das wiederum interessiert auch die Politik, da somit erhebliche Steuereffekte winken. Und so sitzen eigentlich beide Parteien im selben Boot.
Entsprechend forderte Dávila jetzt von AENA-Manager Javier Marín eine Zusage, die für den Umbau-Start nötigen Änderungen umgehend vorzunehmen. Im Alleingang kann der Vize-Geschäftsführer das jedoch nicht absegnen und so ist im ersten Schritt eine Runde innerhalb der Unternehmenszentrale in Madrid nötig.
Dávilas Forderung, all das dürfe keine «Verzögerungen für die geplanten Arbeiten» auslösen, gilt schon jetzt als unrealistisch. Auch klare Kritik schwang mit: Teneriffas Präsidentin sprach von einer «im Wesentlichen» auf «den Preis ausgerichteten Ausschreibung», die «unserer Ansicht nach nicht die geeignetste ist». Viel mehr müsse bei einem so komplexen Bauvorhaben, das sich immerhin über acht Jahre erstrecken soll, das Ziel im Fokus stehen.
Flughafen Teneriffa Süd: Umbau-Pläne gehen in nächste Runde
Der für Tourismus zuständige Vizepräsident Lope Afonso schlug in dieselbe Kerbe: Flughäfen als «kritische Infrastruktur» müssten sich in bestmöglichem Zustand befinden. Hinzu kämen Anforderungen an «ein Design, das den aktuellen Trends entspricht», insbesondere bei dem auf Teneriffa stets «hohen Passagieraufkommen».
AENA müsste für all das vor allem mehr Geld zur Verfügung stellen. In der Vergangenheit fiel der Betreiber jedoch eher mit erheblichen Maßnahmen zur Gewinnmaximierung auf. Freiwillig höhere Investitionen für den Umbau zur Verfügung zu stellen, auch wenn das investierte Geld binnen weniger Jahre wieder eingespielt werden kann, gehörte in den Jahren seit der Wirtschaftskrise nicht zu den Werkzeugen des halb in Spaniens Staatsbesitz befindlichen Unternehmens. Und so ist das letzte Wort um den Umbau am Flughafen Reina Sofia Teneriffa Süd mit der einseitigen Ansage aus Santa Cruz noch längst nicht gesprochen.
















«Teneriffas Süd-Flughafen wird nicht umgebaut - Politik findet Schuldigen»
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