Das Abwasserrohr nahe der Playa Jardín kann nicht repariert werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Wasserrat von Teneriffa in seinem jüngsten Bericht. Die Arbeiten müssen demnach von Grund auf neu geplant werden, berichtet der CIATF weiter.
Die Playa Jardín war ab 2024 ein knappes Jahr für den Badebetrieb abgeriegelt. Der Grund: Hohe Bakterienwerte im Badewasser. Unter anderem ein gebrochenes Abwasserrohr hatte für die Belastung gesorgt. Es folgte eine politische Aufbereitung.
Wie wichtig die Reparatur wäre, zeigt der Blick auf die jüngsten Strandsperrungen. Mehrere Monate wurde die Playa Jardín nach der Wiedereröffnung normal betrieben, sogar ein Schnellrestaurant kehrte an den beliebtesten Strand der gesamten Region zurück. Doch die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung ist jetzt verpufft:
Playa Jardín: Puerto de la Cruz muss neu planen
Rund 240 Meter der Abwasserleitung, die teilgeklärtes und somit noch immer belastetes Abwasser eigentlich einen knappen Kilometer vor die Küste pumpen und dort der Umwelt überlassen soll, sind marode. Ein Bruch rund 95 Meter vor der Küste macht sichtbar, was das bedeutet:

Die Gründe für die maroden Leitungen sind vielschichtig. Betonblöcke zum Stützen sind verrutscht, das Rohr über die Jahre von Strömungen und Salzwasser angegriffen worden. Ein Projekt aus dem vergangenen Jahr sollte den Teilabschnitt gegen ein hochdichtes Kunststoffrohr tauschen. Kostenpunkt für alle Arbeiten zusammen: rund 2,7 Millionen Euro.
Während Teneriffas Inselpräsidentin Rosa Dávila noch am 9. September erklärte, die Arbeiten hingen von bestimmten «Bedingungen» im Meer ab, kommt der CIATF zu einem anderen Ergebnis: Der Plan für die Arbeiten sei in dieser Form schlicht nicht umsetzbar, ganz egal wie hoch die Wellen und wie stark die Strömungen vor der Küste von Puerto de la Cruz sind. Brisant ist zudem: Der Bericht des Wasserrats wurde am 18. August veröffentlicht und ging laut Eingangsregister noch am selben Tag beim Rathaus ein. Das war drei Wochen vor Dávilas Aussage.
Abwasser: Kläranlage nahe Puerto de la Cruz muss nachrüsten
Laut Bericht ist «keine der vorgeschlagenen Alternativen» für das angestrebte Ziel umsetzbar. Nach Angaben des Cabildo liegt die Entscheidung über die Lösung nun beim CIATF. Hält der Wasserrat einen ganz neuen Emissär für nötig, werde man diesem Vorschlag folgen. Das jedoch würde ein komplett neues Projekt bedeuten, da sich bisher alles um Reparaturen drehte. Die Folge: neue Planungen, Ausschreibungen und Vergabeverfahren. Vor allem für den städtischen und regionalen Haushalt bedeutet das eine deutlich größere Belastung als die geplanten 2,7 Millionen Euro.
Die für das Abwasser verantwortliche Kläranlage wird zu wesentlichen Teilen aus Puerto de la Cruz befüllt. Der strandnahe Stadtteil Punta Brava war hingegen nur teilweise angeschlossen. Zahlreiche Häuser leiteten ihr Abwasser über ein Rohr zur Notentwässerung direkt ins Meer. Während das durch ein weiteres Projekt korrigiert und auch die Kapazität der Kläranlage erweitert wird, fordert der CIATF zusätzlich eine bessere Aufbereitung: Die Ultrafiltration, deren Kapazität derzeit unter der gesamten Durchflussmenge liegt, sowie die Flotation sollen ausgebaut werden. Dazu müsse die chemische Bindung feinster Schwebstoffe optimiert werden, die sogenannte Koagulation und Flockung. Bis dahin sieht der Wasserrat den bestehenden Emissär als einzigen Weg.
Teneriffa scheitert an Sickergruben-Übergangsplan
Das Rohr hat eine Gesamtlänge von gut 1,1 Kilometern. Davon laufen rund 950 Meter unter der Meeresoberfläche und sollen das Wasser in etwa 30 Metern Tiefe in den Atlantik leiten. Für die Reparaturarbeiten plante der CIATF eine Übergangslösung mit drei Brunnen-Bohrungen. Diese sollten rund 95 Meter tief werden und geklärtes Wasser in den Untergrund leiten, anstatt es direkt ins Meer zu pumpen.
Diese Sickergruben gingen am 17. Juli in Betrieb, doch bereits am 29. Juli trat an der Küstenböschung Wasser aus. Der dritte Schluckbrunnen konnte kein Wasser mehr aufnehmen, da die Filter der Kläranlage Partikel nicht ausreichend zurückhielten und die Sickergruben verstopften. Am 4. August wurde die Einleitung schließlich gestoppt und auf den Emissär umgestellt. Seither kam es wieder vermehrt zu Strand-Sperrungen.
Für den Wasserrat auf Teneriffa steht damit fest, dass die Pläne grundlegend überarbeitet werden müssen. Zudem solle aufbereitetes Wasser wiederverwendet statt ins Meer geleitet werden, beispielsweise als Brauchwasser in der Landwirtschaft.
Das Sickergruben-Konzept ist unterdessen so lang vom Tisch, bis die Filterung des teilgeklärten Abwassers verbessert wurde. Wann und wie genau es weitergeht, steht aktuell nicht fest. Anwohner und Nutzer der Playa Jardín müssen sich daher voraussichtlich auf weitere Sperrungen einstellen.















«Abwasser-Projekt auf Teneriffa vorerst auf Eis - weitere Sperrungen drohen»
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