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Tourismusfeindlichkeit auf Teneriffa? Früher unvorstellbar!

Als Teneriffas Süden noch im Tiefschlaf war, freute man sich über jeden Gast. Heute ist das anders. Wobei die Frage ist, wie weit die Ablehnung wirklich verbreitet ist.

Von Leserreporter – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Von Marlis Zoschke

Touristen waren auf Teneriffa auch zur Zeit der Franco-Diktatur willkommen. Ich kenne keinen Ort, an dem wir irgendwann auf Ablehnung gestoßen wären. Allerdings waren wir schon viel gereist und haben stets aufgepasst, nicht unbedingt anzuecken.

Doch das Ende der Diktatur in Spanien und die Öffnung der Grenzen brachte für die Kanarios große Veränderungen. Sie hatten viel zu lernen, denn viele Einheimische waren über vier Schuljahre nicht hinausgekommen.

Playa la Arena hatte angeblich den schönsten Sandstrand der Insel, kein Wunder, es gab ja kaum Badestrände. Doch es gab eine Bretterbude in der es jeden Tag frischen Fisch gab und ein paar andere Kleinigkeiten. Hier wurden gegen Mittag die Inselrundfahrer verköstigt und jeder hatte das Gefühl, an einem Galabüffet gesessen zu haben.

Mit guter Laune im Bus über Teneriffa

Mit Wein war man immer großzügig, der kostete sowieso nicht viel und zum Abschied gab es noch etwas Hochprozentiges. Der Bus machte sich mit singenden Touristen wieder auf den Rückweg. Ab 14 Uhr erlebten wir dann eine himmlische Stille. Jeder freute sich über Touristen und hoffte, dass es mehr Busse werden.

Der Bauboom nahm zu und es kamen mehr Touristen, auch aus Osteuropa. Sie waren recht zurückhaltend. Die Speisekarten gab es inzwischen in verschiedenen Sprachen und eines Tages auch in russischer Sprache.

Die neuen Gäste blieben nicht sehr lang, kauften dafür riesige Mengen an Garderobe und Parfüm. Es waren sehr ruhige und angenehme Touristen. Doch so richtig geliebt wurden sie nicht. Ich habe allerdings nie erlebt, dass sie nicht gut bedient wurden.

Anti-Tourismus-Demos: Hauptsache, es bleibt friedlich

Es wurde erst unruhiger, als immer mehr Menschen auf die Insel kamen. Für die Bevölkerung war das am Anfang sicher ein Segen, doch im Laufe der Zeit wurde es unruhig und laut. Viele Wohnungsbesitzer vermieteten die Wohnung an Freunde und Bekannte. Niemand kümmerte sich darum und so wurden viele Steuern „gespart“.

Dennoch haben wir nie davon gehört, dass es zu viele Touristen gibt. Es ist für die Bevölkerung allerdings deprimierend, keine bezahlbare Wohnung zu bekommen, während Touristenwohnungen leer stehen. Warum werden keine bezahlbaren Wohnungen für die Bevölkerung gebaut?

So muss sich niemand wundern, wenn der Übertourismus die Menschen auf die Straße treibt, um zu demonstrieren. Hauptsache, es bleibt friedlich!


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