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Dienstag, 7. Juli 2026
Kanaren

Ärztekrise: Kanaren-Präsident verspricht Sofort-Termine und erntet Spott

Die Ärztekrise auf den Kanaren sorgt für politischen Streit. Eine Seite sieht einen "strukturellen Kollaps", die andere "Termine am selben Tag".
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Kanaren-Präsident Fernando Clavijo verspricht im Regionalparlament, jeder Patient komme noch am selben Tag zum Hausarzt.
  • Die Opposition um Luis Campos widerspricht und beziffert die durchschnittliche Wartezeit auf mehr als zehn Tage.
  • Clavijo weist die Verantwortung für die strukturellen Probleme der spanischen Zentralregierung zu.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Der Streit um Arzttermine auf den Kanaren könnte unterschiedlicher kaum geführt werden: Die Opposition spricht von einem „strukturellen Kollaps“, Kanaren-Präsident Fernando Clavijo sagte im Parlament der Kanarischen Inseln, dass jeder Patient noch am selben Tag beim Hausarzt behandelt werden könne. Dafür berief sich Clavijo auf eigene Erfahrungen mit dem öffentlichen Gesundheitswesen.

„Wenn Sie morgen ohne Termin zu Ihrem Hausarzt gehen, werden Sie noch am selben Tag behandelt, denn mir und Angehörigen von mir ist das passiert“, sagte Clavijo. Der Regierungschef bezeichnete sich selbst als Nutzer der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Luis Campos, Sprecher von Nueva Canarias im Parlament der Kanarischen Inseln, hielt dagegen: Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Termin in der Primärversorgung liege bei mehr als zehn Tagen.

Campos warnte vor einem „progressiven Verfall des öffentlichen Gesundheitssystems“ und beschrieb einen „strukturellen Kollaps“ in den Notaufnahmen der großen Krankenhäuser der Kanaren. Dort lägen Kranke tagelang auf Tragen. Wie tief der Streit zwischen Regierung und Opposition reicht, zeigt ein genauer Blick auf die Debatte:

Clavijo verteidigt Wartezeiten im Gesundheitswesen der Kanaren

Clavijo forderte Campos direkt heraus: „Sie müssen heute nur zum Gesundheitszentrum gehen, wenn Sie irgendein Problem haben, und ich versichere Ihnen, dass man Sie behandeln wird. Und wenn nicht, gehen wir beide zusammen“, sagte der Präsident der Kanarischen Inseln. Er fuhr fort, dass die Primärversorgung Termine für spätere Daten plane, um die Ressourcen der Gesundheitszentren zu organisieren.



Ein wichtiger Aufwand entstehe dabei, um Termine zu bestätigen, zu denen Patienten später nicht erschienen. Clavijo zufolge zeigt die Gesundheitsversorgung bei Operationen, Sprechstunden und Wartelisten inzwischen deutliche Fortschritte. Als Vergleich zog er das Jahr 2023 unter der Vorgängerregierung heran. Diese habe deutlich schlechter abgeschnitten, attestierte Clavijo sich und seiner Regierung.

Kanaren: Opposition sieht „strukturellen Kollaps“

Campos forderte die Regionalregierung auf, den Forderungen der SCS-Beschäftigten nachzukommen. Den Vorschlag des Gesundheitsministeriums zur Regelung von Vertretungen bei Krankenstand, Urlaub und Streik nannte er „zynisch“ und „beschämend“. Die Aussetzung mehrerer Operationen auf den Kanaren verknüpfte er mit Problemen innerhalb der Blutbank der Kanaren. Zudem sorgen wiederholte Ärztestreiks auf dem Archipel seit Monaten für Versorgungslücken (mehr dazu unten).

Clavijo nannte die Forderungen des Sanitätspersonals „legitim“ und „vernünftig“, schob die Ursache jedoch der spanischen Zentralregierung zu. Die strukturellen Zuständigkeiten lägen beim Staat, der mit „Arroganz und Anmaßung“ reagiert habe.

Das Gesundheitsministerium verhandelt derzeit die Einbeziehung weiterer Ressourcen und organisatorische Veränderungen, darunter Morgen- und Nachmittagsschichten im Versorgungsnetz. Clavijo garantierte, die Regionalregierung werde nicht zulassen, dass die Patientenversorgung während dieses Umbaus leide.

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