Es ist der achthöchste Gebührensatz in ganz Spanien. Und das, obwohl die Kanaren ein wesentlich geringeres Durchschnittseinkommen haben. In Las Palmas de Gran Canaria wird ein gestaffeltes System getestet. Es könnte Vorbild für viele andere Städte auf den Kanarischen Inseln werden.
Die Gebühr setzt sich künftig aus einem Standardsatz zusammen. Dazu wird gemessen, wie viel Abfall produziert wird. Dieser Faktor sorgt dann für Rabatte bei wenig sowie für Extrakosten bei viel Abfall.
Für 2026 ist der Start der neuen Müllgebühren in Las Palmas beschlossene Sache. Sorge, dass Menschen ihren Müll wegen der gestaffelten Kosten einfach anderswo entsorgen, hat die Stadt nicht. Und das, obwohl es schon heute ein Müll-Problem an vielen Sammelstellen gibt.
Gran Canaria verändert Abfall-System
108,45 Euro pro Jahr und Haushalt werden künftig als Basisgebühr fällig. Schon das sind verhältnismäßig hohe Gebühren. Der variable Anteil liegt dann bei maximal 40,88 Euro. In Summe werden also bis zu 149,33 Euro pro Haushalt und Jahr fällig. Und das macht die Gebühren zu den achthöchsten landesweit.
Wer mehr als 350 Kilogramm Müll pro Kopf und Jahr erzeugt, bezahlt den Höchstsatz. Fällig werden dann bis zu 129 Prozent. Bei 150 Kilo Abfall oder weniger sinkt der Satz auf 64 Prozent.
Dem lokalen Gesetzgeber ist bewusst, dass das in vielen Fällen nicht funktioniert. Und so werden für die Regelung sogleich Ausnahmen geschrieben. Kinderreiche Familien werden zwischen 50 und 75 Prozent angesiedelt. Durch den Rabatt können Haushalte also in Ausnahmefällen sogar unter den eigentlichen Mindestsatz fallen. Bei besonders armen Haushalten winken ebenfalls Rabatte – sogar bis zur vollständigen Befreiung von den Gebühren.

Gran Canaria räumt Müll-Rabatte ein
Zudem kann sich jeder Haushalt einen Rabatt von fünf Prozent einräumen lassen, indem per Lastschrift bezahlt wird. Ein weiterer Nachlass winkt demjenigen, der seinen Müll korrekt trennt.
Die Stadtverwaltung möchte auf diese Weise die Recycling-Quote steigern. Außerdem ist man sich im Rathaus sicher, dass das Verursacher-Prinzip gelten müsse. Wer also viel Müll produziert, solle auch mehr bezahlen, heißt es.
Die bereits im April verabschiedete Verordnung tritt zum 1. Januar in Kraft. 105 Lkw und 18.000 Container werden ab dann den Verbrauch erfassen. Die Stadt möchte im Gegenzug den Service optimieren. Und die Recycling-Quote von heute 34 Prozent auf 60 Prozent bis 2030 steigern.
Kanaren-Pilotprojekt auf Gran Canaria
Verständnis dafür gibt es derzeit jedoch kaum. Denn der nationale Durchschnitt für die Müllabfuhr liegt bei weniger als 90 Euro. Die neue Verordnung katapultiert Las Palmas also unter die Top-8 der teuersten Müllgebühren in Spanien.
Allerdings werden andere Regionen nachziehen. Dazu gehört auch Santa Cruz de Tenerife. Die neue Müll-Verordnung auf Gran Canaria darf also auch auf den Kanaren als Pilotprojekt verstanden werden, das sich sukzessive über den Archipel verteilen könnte.
























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Gran Canaria startet neue Müllgebühren – und es wird teuer
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