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Heroin-Deal im Kanaren-Gericht: Ist das der schnellste Rückfall aller Zeiten?


Noch während einer Anhörung zu Drogenhandel hat ein Angeklagter auf Gran Canaria mit Heroin gedealt. Das Gericht ließ den ohnehin unter Arrest stehenden Mann festnehmen und sein Anwalt trat zurück.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Richter und Verteidiger konnten ihren Augen kaum glauben. Doch auf Gran Canaria hat ein Mann seine eigene Verhandlung wegen Drogenhandels zu einem weiteren Rauschgift-Deal genutzt.

Grade erst hatte der Angeklagte José S. vor dem Provinzgericht von Las Palmas de Gran Canaria zugegeben, das ihm zur Last gelegte Verbrechen in Bezug auf Drogenhandel begangen zu haben. Nachdem er den Sachverhalt eingeräumt hatte, reichte er einem Mit-Angeklagten etwas zu auffällig ein Päckchen Heroin.

Said A. befand sich in Sicherheitsverwahrung. Für ihn war der Gerichtssaal eine vergleichsweise günstige Gelegenheit, um an Drogen zu kommen. Doch der Deal im Gerichtssaal flog auf. Und so nahm eine skurrile Verhandlung seine äußerst seltsame Wendung.

Gran Canaria: Drogen-Deal im Gericht

Bewacht von Beamten der Nationalpolizei versuchte S. die Weitergabe an A. Doch die Beamten waren wachsam und bemerkten den Deal im Gerichtssaal. Unter den ungläubigen Blicken von Verteidigung und Richter wurde José S. unmittelbar nach seiner Aussage festgenommen.

Der vorsitzende Richter Pedro Herrera sowie sein Kollege Francisco Liñán und seine Kollegin Victoria Rosell waren grade dabei, eine angesetzte Haftstrafe von fünf auf drei Jahre zu reduzieren. Sogar ein Aussetzen der Freiheitsstrafe wurde zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung der drei Angeklagten und dem Richter diskutiert. Doch dann kam alles ganz anders.

Tumult im Kanaren-Gericht

Nach der mündlichen Verhandlung ging José S. auf Said A. zu. Beide Männer täuschten eine Umarmung vor. Doch die diente lediglich der Ablenkung. Denn S. nahm unmittelbar vor der Umarmung etwas aus seiner Tasche, um es an A. weiterzugeben. Die Bewacher der Männer bemerkten dies jedoch.

Die Beamten trennten beide und es entstand ein Tumult. Richter, Ankläger und Verteidiger wurden von dem Geschehen völlig überrascht. Doch als am Boden plötzlich Drogen lagen, wurde allen bewusst was grade passiert war.

Der Richter ließ das Geschehen protokollieren und nahm die Aussagen der Beamten auf. Dann wurde José S. auf Geheißt des Gerichts vorläufig festgenommen.

Angeklagter auf Gran Canaria muss wohl erneut in Haft

Unmittelbar nach dem Geschehen trat der Verteidiger des bald erneut unter Anklage stehenden José S. von seinem Mandat zurück. Als Grund gab er respektloses Verhalten seines Mandanten ihm gegenüber, aber auch gegenüber dem Gericht an.

Der Festgenommene leugnete zunächst, dass ihm die Drogen gehörten. Nach der Aussage der Beamten gab er den Besitz dann doch zu und teilte mit, dass es sich um Reste des Vortages handeln würde und er vergessen habe, dass er sie mit sich trug.

S. hat ein langes Vorstrafenregister – unter anderem wegen Einbruchs, Raubes und verschiedenen Gewalttaten. Nun kommt aller Voraussicht nach auch eine Verurteilung wegen Drogenhandels im Gerichtssaal hinzu. Aufgrund seines Vorstrafenregisters wird er aller Wahrscheinlichkeit nach eine weitere Gefängnisstrafe antreten müssen.


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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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