Schlangen breiten sich auf Gran Canaria explosionsartig aus


Mit knapp 1100 Exemplaren haben Experten im vergangenen Jahr so viele Kalifornische Kettennattern gefangen, wie nie zuvor. Wann und wie die Schlangenart überhaupt nach Gran Canaria gekommen ist, bleibt weiter unbekannt. Fest steht dagegen, dass sie dort keine natürlichen Feinde hat und sich daher trotz gezielter Jagd seit Jahren nahezu nach Belieben ausbreitet.

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Plötzlich war die Kalifornische Kettennatter da. Im Bereich des Barranco Guiniguada wurde zunächst ein Exemplar gesichtet, dann mehrere und plötzlich waren es Hunderte. Die invasive Art breitet sich seit Jahren aus. Erste Anzeichen für eine Ansiedelung gehen bis ins Jahr 1998 zurück. Wirklich nachgewiesen wurden die Tiere schließlich 2004. Kurze Zeit später beschloss die Regierung, die Schlangen zu fangen. Seit 2007 wurden so rund 6000 Exemplare aufgelesen.

Schlangen auf Gran Canaria: Für den Menschen unproblematisch, für heimische Echsen ein Riesenproblem

Für den Menschen sind die Reptilien ungefährlich. Anders sieht das hingegen für die örtliche Fauna aus: Auf dem Speiseplan der Kalifornischen Kettennatter stehen auf Gran Canaria beispielsweise Echsen. Und die drohen da, wo sich die Schlangen neuerdings ausbreiten, allmählich auszusterben.

Die Ausbreitung der invasiven Schlangenart ist daher längt kein irrwitziges Phänomen mehr, sondern zu einer ernstzunehmenden Gefahr für das Ökosystem Gran Canarias mutiert. Wurden 2012 noch rund 300 Tiere gefangen, waren es im vergangenen Jahr bereits 1079.

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Und diese enorme Ausbreitung gibt konkreten Grund zu Sorge: Etwa die Hälfte der gefangenen Exemplare seien Weibchen, berichten beteiligte Forscher. Im Mittel soll jedes Weibchen auf Gran Canaria pro Jahr rund zehn Eier hervorbringen. Die Verbreitung steigt ohne verschärftes Jagdprogramm entsprechend exponentiell.

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Schlangen-Invasion auf GranCanaria: Biologische Bekämpfung wird wahrscheinlicher

Aufzeichnungen, wo genau die Tiere gefangen wurden, zeigen dabei, dass ihr Territorium von Jahr zu Jahr wächst. Inzwischen ist ein Gebiet von bis zu 80 Quadratkilometern betroffen. Die Forscher machten dabei vier Kern-Ausbretungsgebiete aus. Und an diesen wurden Anfang 2019 wiederum mehr Exemplare eingesammelt, als im Vergleichszeitraum des bisherigen Rekordjahres 2018.

Aufgrund der nahezu explosionsartigen Ausbreitung und der inzwischen konkreten Sorge vor einer Ausrottung der heimischen Echsenarten, wird inzwischen sogar eine biologische Bekämpfung der Schlangen diskutiert. Diese müsste von der Politik gebilligt werden. Nicht zuletzt wegen der enormen Kosten der bisherigen Bekämpfung, gilt ein solcher Schritt unter Experten als logischster nächster Versuch.

Mehr Hintergründe lesen Sie hier in unserer Meldung zum Thema aus dem Jahr 2014.

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