14 Mio. Touristen: Kanaren nähern sich der Normalität – was jetzt geplant wird


Die Kanarischen Inseln rechnen mit annähernd den Werten von vor der Pandemie. Das sind etwa 14 Millionen Touristen bis Jahresende. Damit ist eine große Hürde genommen. Doch was kommt dann?

Lesedauer: 3 Min.

Der Welttourismustag ist für die Kanaren ein Moment der Bilanz. Auch wenn es nur eine Zwischenbilanz war, die das Tourismusministerium zog, so sieht alles nach einer Rückkehr zur Normalität aus. Denn als Ziel bis Jahresende gaben die Verantwortlichen 14 Millionen Touristen aus. So viele Urlauber sollen bis Ende Dezember die Kanarischen Inseln besucht haben.

Sollte dieser Wert tatsächlich erreicht werden, so hätten die Kanarischen Inseln die Rückkehr zur Normalität geschafft. Denn das wären nur sechs Prozent weniger Besucher als noch vor der Krise.

Mit Blick auf die aktuell deutlich höheren Treibstoff- und Energiepreise, in deren Folge auch der Kanaren-Urlaub teilweise deutlich teurer wurde, bedeutet der annähernd normale Wert einen echten Erfolg.

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla sprach insbesondere angesichts der wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage während der dem Welttourismustag einhergehenden Veranstaltung in Santa Cruz auf Teneriffa von „hervorragenden Ergebnissen für unsere Außendarstellung“.

In Abwesenheit des kanarischen Präsidenten Ángel Víctor Torres, der in der Folge des Unwetters auf Gran Canaria gebraucht wurde, sprach Castilla von Erleichterung und Genugtuung ob der positiven Zahlen.

Kanarische Inseln: Sorgenkind La Palma soll besonders gefördert werden

Neben der Pandemie und der anschließenden Krise habe der zwischenzeitliche Vulkanausbruch auf La Palma die Kanaren zusätzlich zurückgeworfen. Entsprechend wichtig sei es, dass die Inseln so gut dastünden.

Und so war es klar, dass insbesondere La Palma im Fokus der Veranstaltung stand. Castilla wandte sich an die mitunter schwer betroffenen Menschen auf der westlichen Kanaren-Insel und erinnerte an die mehr als neun Millionen Euro Hilfen. Dann sprach sie den Betroffenen erneut Mut zu.


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Um die Wirtschaft der Insel zu reaktivieren, kündigte Castilla Tourismus-Gutscheine und Marketing-Aktionen zugunsten der Insel an. „All das, damit La Palma bald wieder in seiner ganzen Pracht erstrahlt und wieder zu einem unverzichtbaren Reiseziel auf den Kanarischen Inseln wird.“

Touristen bringen rund 17 Milliarden Euro auf die Kanaren

Mit Blick auf den gesamten Archipel habe bereits die Zeit rund um Ostern positiv gestimmt. Und so sei es nur folgerichtig, dass bis Jahresende mit 14 Millionen Touristen annähernd die Vor-Pandemie-Zahlen erreicht würden. Viel wichtiger als die reine Quantität sei allerdings, dass die Besucher mit etwa 17 Milliarden Euro wieder Geld in die klammen Kassen des Haupt-Wirtschaftszweigs der Kanarischen Inseln spülen.

Castilla hob in diesem Zusammenhang „das vielfältige Angebot an Aktiv- und Naturtourismus“ hervor. Es stelle „eine erstklassige touristische Attraktion für den Archipel dar“. Die Vielfalt der Inseln sei es, die den Tourismussektor des Archipels so widerstandsfähig mache.

Auch das sei ein Grund dafür gewesen, den „Canary Islands Tourism Award“ for Excellence in diesem Jahr an den kanarischen Verband für Aktivtourismus „Activa Canarias“ zu verliehen. Die Jury hob dabei die „Förderung eines verantwortungsbewussten und qualitativ hochwertigen Konzepts, das eine ständige und überprüfbare Verbesserung dieser erlebnisorientierten Tourismustypologie vorangetrieben hat“ hervor.

Nachhaltiger Tourismus auf den Kanaren das nächste Ziel

Der Präsident von Activa Canarias, José Luis Echevarría, sagte während seiner Dankesrede, „dass es an der Zeit ist, das Tourismusmodell der Kanarischen Inseln umzugestalten und Jugendlichen die Möglichkeit aufzuzeigen, eine nachhaltige Wirtschaftstätigkeit auszuüben, die den Tourismus als beste Ressource schätzt“.

Echevarría sagte, dass der Plan zur Reaktivierung des Aktivtourismus auf den Kanarischen Inseln auch „ein Projekt war, das die Digitalisierung des Sektors begünstigt und kleinen Unternehmen und Freiberuflern einen Marktplatz geboten hat“.

Zudem sei die aktuelle Situation eine Chance dafür, den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu senken. „Wir sind uns des historischen Moments der aktuellen Klimakrise sehr bewusst. Der Tourismus kann sich dessen nicht verschließen und wir müssen das bei all unseren Handlungen berücksichtigen“, sagte Echevarría: „Aus diesem Grund misst Activa Canarias den CO2-Fußabdruck seiner Aktivitäten und sieht Kompensationsmaßnahmen vor, die nicht verhandelbar und für den Fortschritt unerlässlich sind.“

Nachdem es gelungen ist, die Bilanz des Urlaubssektors trotz der aktuellen wirtschaftlichen Widrigkeiten auf Kurs zu halten, steht nun das nächste Großprojekt für den Archipel an: Nachhaltigen Tourismus nicht nur zu fördern, sondern in den Alltag der Inseln zu bringen, die tagtäglich am stärksten von diesem Sektor abhängen.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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