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2,4 Fälle pro Tag: So gehen die Kanaren gegen Geldwäsche vor


Mehr als zwei Geldwäsche-Verdachtsfälle werden jeden Tag auf den Kanaren aufgespürt. Verantwortlich ist eine verhältnismäßig neue Behörde. So geht sie vor.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

218 Verdachtsfälle von Geldwäsche sind allein im ersten Quartal des Jahres auf den Kanarischen Inseln gemeldet worden. Damit registrierten die Behörden auf den Kanaren durchschnittlich 2,4 Schwarzgeld-Verdachtsfälle pro Tag.

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Landesweit leiteten die spanischen Behörden in 7785 Fällen Ermittlungen ein. Die Kanaren machen damit rund drei Prozent aller nationalen Geldwäsche-Ermittlungen aus.

Die Tatbestände gehen dabei weit auseinander. Ermittelt wird wegen Immobilien-Transaktionen zu marktunüblichen Preisen, rund um den Kauf und Verkauf von Kunstwerken, gegen Briefkastenfirmen, wegen seltsam anmutender Börsentransaktionen und in vielen weiteren Fällen.

So geht Spanien gegen Geldwäsche vor

Sobald eine Behörde Anzeichen für Schwarzgeld erkennt, wird die Zentralstelle für die Bekämpfung von Geldwäsche, kurz CRAB, alarmiert. gegründet wurde die Behörde Ende 2015. Seit März 2016 ermittelt sie aktiv.

Dort wird seither jeder Einzelfall genau geprüft. Sollten dabei Indizien oder gar Beweise entdeckt werden, wird die Exekutive der Kommission zur Verhinderung von Geldwäsche und monetären Straftaten (Sepblac) konsultiert.

Die Sepblac-Fahnder prüfen dann, ob tatsächlich Delikte oder gar die Finanzierung terroristischer Gruppen vorliegen und legen mögliche Beweise der Staatsanwaltschaft oder der zuständigen Justizbehörde vor. Damit leisten die Beamten beider Behörden einen wichtigen Dienst im Kampf gegen die Geldwäsche.

Provinz Las Palmas de Gran Canaria: Östliche Kanaren-Inseln verzeichnen mehr Geldwäsche-Fälle

Wie wichtig dieser Job ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Wurden im Jahr 2017 auf den Kanarischen Inseln noch 525 Verdachtsfälle bei der CRAB registriert, waren es allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres schon annähernd halb so viele wie im ersten kompletten Jahr des Bestehens der neuen Behörde. Durch die inzwischen erlangte Routine werden so bis zu 87 Meldungen pro Tag auf konkrete Verdachtsfälle hin geprüft.

Zwei Drittel der 218 Fälle aus diesem Jahr betreffen die östlichen Inseln, die zur Provinz Las Palmas de Gran Canaria gehören. Auf die westlichen Inseln der Provinz Santa Cruz de Tenerife entfielen 75 weitere Fälle.

Das Ungleichgewicht wird mit der großen Wirtschaftstätigkeit Gran Canarias und den touristischen Zentren von Lanzarote und Fuerteventura erklärt. Im Vergleich zu den kleineren Inseln El Hierro oder La Gomera im Westen gebe es im Osten mehr Möglichkeiten, Geldwäsche zu kaschieren, erklären die Behörden.

Schwarzgeld auf den Kanaren: Alarmsignal “Steueroasen”

Von den 218 Verdachtsfällen in diesem Jahr wurden 124 über die Grundbuchämter aufgedeckt. Dort werden Transaktionen beweglicher Vermögensgüter registriert. Die Ermittlungen schließen den Kauf und Verkauf von Kunstwerken, hochwertigen Fahrzeugen, Schmuck oder teuren elektronischen Geräten ein. Außerdem handle es sich um diverse Immobilien-Transaktionen.

Die 94 verbleibenden Fälle wurden über die Handelsregister aufgedeckt. Dabei konzentrieren sich die Ermittlungen also auf Unternehmen. Typische Verdachtsfälle entstehen, wenn Unternehmen über viele Jahre ähnliche Geldsummen bewegen, dann plötzlich große Geschäfte abwickeln und kurz danach aufgelöst werden. Außerdem verdächtig seien Transaktionen mit Unternehmen, die in Verbindung zu “Steueroasen” stehen.

Ein Blick auf die öffentlich einsehbaren Daten zeigt, dass allein im vergangenen Jahr 8,5 Millionen Euro auf die Kaimaninseln flossen. Diese gelten als “Steueroase”, die mit vielen Ermittlungen zu Steuerskandalen der Vergangenheit in Verbindung stehen.


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Juan Martín ist Redakteur bei Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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