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Kanaren umgehen Hypotheken: Mehr Hauskäufe mit Bargeld denn je


Auf den Kanaren zeichnet sich im Immobilien-Geschäft ein neuer Trend ab: Immer mehr Häuser werden ohne Hypothek gekauft. Gezahlt wird mit Erspartem - und zwar komplett.

Lesedauer: 2 Minuten

Für die überwiegende Mehrheit der Kanarios klingt es unglaublich. Doch immer mehr Immobilienkäufe erfolgen komplett mit Erspartem. Die Zahl der Hypotheken für Immobilien-Geschäfte ist rückläufig. Mehr als jedes zweite Objekt wurde ohne Finanzierung gekauft.

Das zeigt eine Statistik des Generalrats der Notare. Demnach mussten auf den Kanarischen Inseln 52 Prozent der im Mai unterzeichneten Immobilientransaktionen nicht auf einen Kredit zurückgreifen.

Schon im Vorjahr waren es 51 Prozent gewesen. Doch nun steigt die Zahl weiter. Dieser Trend wird auch national wahrgenommen. Und das hat Gründe.

Zinspolitik ist ein Grund für Immobilien-Barkäufe auf den Kanaren

Experten sehen vor allem die von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juli des vergangenen Jahres veränderte Zinspolitik als Grund. Damals wurden die Zinssätze erhöht, um die Inflation einzudämmen. Das hat Auswirkungen auf die Statistik.

Aufgrund des Anstiegs der Kreditkosten meiden nun diejenigen, die finanziell dazu in der Lage sind, Hypotheken. In den Jahren zuvor nahmen selbst Menschen mit den finanziellen Möglichkeiten gern Kredite an. Geliehenes Geld war durch Negativ-Zinsen lukrativ. Durch die Änderung der Zinspolitik hat sich das gewandelt.

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Kanaren: Anwohner haben während der Pandemie gespart – und kaufen nun Häuser

Als weiterer Faktor gelten die während der Pandemie angesammelten Ersparnisse. Viele Anwohner hatten keine Möglichkeit, viel Geld auszugeben. Sie begannen damit, zu sparen, um sich später Wünsche zu erfüllen. Einige investieren ihr Geld nun in Häuser, anstatt es niedrig verzinst auf dem Konto liegen zu lassen.

Zudem verzeichnen die Notare den Effekt, dass Geld aus kürzlich verkauften Immobilien schnell wieder in neue Objekte gesteckt wird.

Investoren aus dem Ausland kaufen Häuser und Wohnungen auf den Kanaren

Doch all das sind innerkanarische Effekte. Hinzu kommt der Trend, dass auch immer mehr ausländische Investoren auf den Kanarischen Inseln einkaufen. Der Verband der Grundbuchämter meldete, dass im ersten Quartal des Jahres 28,3 Prozent der auf den Inseln verkauften Immobilien an Personen oder Unternehmen aus dem Ausland gingen.

Die Kanarischen Inseln gehören zu den Autonomen Gemeinschaften Spaniens, in denen die Zahl der von Ausländern gekauften Immobilien mit am größten ist. Das hängt mit der vergleichsweise größeren Kaukraft in den Herkunftsländern der Investoren zusammen, heißt es. Sie hätten daher öfter die Möglichkeiten, Häuser ohne Finanzierung zu kaufen.

Anwohner der Kanarischen Inseln schließen weniger und niedrigere Hypotheken ab

Im ersten Quartal 2023 wurden auf den Kanaren 4025 Hypotheken beantragt. Diese Zahl liegt um rund zwei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Auch die Höhe der Darlehen ging zurück. Sie sank um 9,4 Prozent. Die durchschnittliche Höhe einer Hypotheken auf den Kanarischen Inseln liegt damit bei knapp 110.000 Euro.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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