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Donnerstag, 30. Juli 2026
Kanaren

Stromausfall in Spanien: Warum auch die Kanaren den Notfallplan ausriefen

Ein großflächiger Stromausfall auf dem spanischen Festland sorgt für Vorsichtsmaßnahmen auf den Kanaren. Warum die Inseln den Notfallplan aktivierten.

Rund zehn Stunden lang stand am Montag das halbe Land still, ein Stromausfall historischen Ausmaßes legte weite Teile Spaniens lahm. Direkt betroffen waren die Kanarischen Inseln zwar nicht, trotzdem zog die Regionalregierung den Notfallplan vorsorglich aus der Schublade. Und das hatte seinen Grund.

Mit dem Schritt wollte man sicherstellen, dass auf mögliche Folgeprobleme schnellstmöglich reagiert werden kann. Auf dem Festland traf es vor allem Regionen wie Madrid, Andalusien und Katalonien. Die Ursache, so der erste Erkenntnisstand, war eine großflächige Störung im nationalen Hochspannungsnetz. Konkrete Anhaltspunkte für einen Cyberangriff lägen bislang nicht vor.

Während auf dem Festland die Lichter ausgingen, blieben die Stromnetze auf den Kanaren stabil, und dennoch entschied sich die Inselregierung zum Handeln. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die geografische Lage des Archipels, durch die die Inseln über ein weitgehend eigenständiges Stromnetz verfügen. Auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollte die Regionalregierung trotzdem. „Der Plan de Emergencias de Canarias (Peccan) wurde als reine Vorsichtsmaßnahme aktiviert“, erklärte ein Sprecher.

Stromausfall in Spanien: Kanaren aktivieren Peccan-Notfallplan aus Vorsicht

Wird der Peccan ausgerufen, lassen sich die verschiedenen Einsatzkräfte und Institutionen besser aufeinander abstimmen. Hinzu kommt, dass sich Ressourcen auf diese Weise schneller mobilisieren lassen. „Wir können nicht ausschließen, dass sich Störungen im Festlandnetz indirekt auf uns auswirken“, hieß es von offizieller Seite weiter.



Auf dem spanischen Festland zog der Stromausfall gravierende Folgen nach sich. In etlichen Großstädten kam es zu Verkehrsstörungen, ausgefallene Ampelanlagen und unterbrochene Bahnverbindungen inklusive. Sogar Krankenhäuser und Flughäfen mussten kurzfristig auf Notstromaggregate zurückgreifen, um wenigstens einen Notfall-Betrieb am Laufen zu halten.

Ganz anders der Montag auf den Kanaren, wo der Tag weitgehend normal verlief. Störungen wurden weder auf Teneriffa noch auf Gran Canaria oder den übrigen Inseln gemeldet. Aktiv blieb der Peccan-Plan trotzdem über den gesamten Tag, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können.

Stromnetz auf den Kanaren unabhängig

Weil die Inselsysteme eigenständig arbeiten, seien sie weniger anfällig für Störungen vom Festland, betonen Experten. Auswirkungen auf den Archipel könnten externe Ereignisse dennoch haben, etwa über Versorgungsketten oder Kommunikationssysteme. Mit der Aktivierung des Notfallplans wollte die Regierung übermäßige Risiken vermeiden.

Unabhängig sind die Netze der Kanarischen Inseln also durchaus, übermäßig sicher sind sie deswegen aber keineswegs. Belegt hat das vor knapp zwei Jahren ein großer Stromausfall auf La Gomera. In dessen Folge kamen eklatante Versäumnisse ans Licht. Mehr dazu lesen Sie nachfolgend:

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