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Kanaren vermieten jedes vierte Haus auf dem Schwarzmarkt – Fiskus ermittelt


Mehr als 30.000 Immobilien werden auf den Kanarischen Inseln heimlich vermietet. Für das spanische Finanzamt sind die Kanaren ein Härtefall.

Lesedauer: 3 Minuten

Jedes vierte Heim auf den Kanaren wird über den Schwarzmarkt vergeben. Mietwonungen und -Häuser sind auf den Inseln Mangelware. Und so verdienen sich viele Vermieter eine Goldene Nase am Finanzamt und der Mietpreisbremse vorbei. Nirgendwo sonst in Spanien ist die Quote so hoch.

Das spanische Finanzamt erhebt Zahlen zu Aktivitäten, die am Fiskus vorbei gehen. Demnach gibt es auf den Kanaren bis zu 30.108 heimlich vermietete Häuser und Wohnungen. Deren Eigentümer erzielen ihre Einnahmen also an der Staatskasse vorbei.

Dabei war früher alles wesentlich schlimmer. Doch durch die Ermittlungen des Finanzamts sank die Quote der illegalen Aktivitäten deutlich. Auf den Kanaren jedoch bleibt sie weiterhin am höchsten. Und das soll sich ändern.

Miete: Spanien halbiert Schwarzmarkt – außer auf den Kanaren

Im Jahr 2012 setzte das Finanzministerium in Spanien den Plan zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft um. Dazu gehörte die Überprüfung des gesamten Wohnungsbestands. Auf diese Weise sollten illegale Vermietungen aufgedeckt werden. Und der Plan ging auf.

In der Folge sank die Quote illegaler Vermietung von etwa 40 auf heute gut 21 Prozent. Nicht berücksichtigt ist dabei die touristische Vermietung, die als nochmal schwieriger aufzudecken gilt. Dennoch halbierte Spaniens Fiskus den Schwarzmarkt bei Mietwohnungen innerhalb von zwölf Jahren. Außer auf den Kanarischen Inseln. Zwar sank auch dort die Quote, landesweit liegt sie jedoch weiter am höchsten.

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So ermittelt Spaniens Finanzamt illegale Vermietung auf den Kanarischen Inseln

Die zuständigen Abteilungen des spanischen Fiskus ziehen zur Ermittlung die Einkommenssteuer-Statistik heran. Diese wird mit Daten des Nationalen Statistikinstituts INE abgeglichen. Aus dem Abgleich dieser Unterlagen wird ersichtlich, dass bis zu 25,3 Prozent Mietwohnungen unter der Hand vergeben werden müssen.

Damit erzielen die Inseln den mit Abstand höchsten Wert, denn die beiden in der Statistik nachfolgenden Gemeinden sind Murcia mit 23,4 Prozent und Extremadura mit 23,1 Prozent. Die Quote der Steuerhinterziehung mit Miet-Objekten liegt La Rioja dagegen mit 16,3 Prozent landesweit am niedrigsten.

30.00 Wohnungen auf den Kanaren werden schwarz vermietet

Der genaue Blick auf die Daten zeigt, dass sich nicht zwingend alle der schwarz vermieteten Wohnungen auf den Kanaren befinden müssen. Denn gemessen wird der Wert anhand der Einkommensteuer und der nationalen Wohnstatistiken. Die schwarz vermieteten Wohnungen können sich also auch in anderen Teilen des Landes befinden. Andersherum ist jedoch auch möglich, dass von dort Wohnungen auf den Kanaren schwarz vergeben werden.

Die absolute Zahl der schwarz vermieteten Wohnungen auf dem Archipel ist dagegen zu ermitteln. Sie erreicht laut Finanzministerium 30.108 Objekte. Die Statistik für das Jahr 2021 zeigt, dass in der Region insgesamt 111.275 Immobilien an Einzelpersonen oder Familien vermietet wurden. Die etwas mehr als 30.000 illegal vergebenen Objekte machen demnach etwa 27 Prozent aus.

Kanaren: Steuerfahnder werten Stromrechnungen und mehr aus

Spanienweit sollen etwa 550.000 Immobilien illegal vermietet werden. Demnach würden etwa 5,5 Prozent all dieser Objekte auf dem Archipel liegen. Diese Quote ist damit um mehr als einen ganzen Prozentpunkt höher als in anderen Regionen des Landes.

Für das spanische Finanzministerium zahlt sich die investierte Arbeit aus. Dort sagt man, dass “die Reifung der Maßnahmen” zu einer deutlich besseren Kontrolle illegaler Vermietungen geführt habe.

Konkret meinen die Ermittler das Heranziehen verschiedener Informationsquellen. Dazu gehört unter anderem die Stromrechnung pro Adresse oder die Steuererklärung der Mieter, die die Katasternummer des Hauses angeben müssen, in dem sie zur Miete wohnen.

Für die Steuerfahnder zeigen die Zahlen, dass auf den Kanaren noch viel Recherche-Aufwand wartet. Doch diese Sisyphos-Arbeit zahle sich mit Blick auf die weiterhin hohe Schwarzmarkt-Quote aus, heißt es.



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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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