Arbeitslosigkeit auf den Kanaren steigt, Fuerteventura leidet ganz besonders


Die Abhängigkeit vom Tourismus ist für die Kanarischen Inseln weiterhin ein großes Problem. Auf Fuerteventura zeigt sich derzeit, was passiert, wenn die Besucher ausbleiben: Die Arbeitslosenquote ist dort inzwischen fünfmal höher als auf den anderen Inseln. Und denen droht eine ähnliche Entwicklung.

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Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote auf Fuerteventura um elf Prozent gestiegen. Was auf den ersten Blick vielleicht nach normaler Schwankung aussieht, ist im Gegenteil ein bedrohlicher Anstieg: Die Quote liegt damit in etwa um das Fünffache über dem kanarischen Durchschnitt.

Der Vorsitzende der Volkspartei PP auf Fuerteventura, Fernando Enseñat, zeigt sich „sehr besorgt darüber, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit auf Fuerteventura mit einer größeren Arbeitsplatzunsicherheit einhergeht“, als auf den anderen Inseln. Demnach sei die Zahl der unbefristeten Arbeitsverträge in nur einem Jahr um 52 Prozent gesunken.

Arbeitslosigkeit steigt in ähnlichem Maße, wie die Zahl der Touristen sinkt

Zudem übte der Politiker Kritik am aktuellen Kurs der Regierung der Kanarischen Inseln. Laut Enseñat würden geplante Steuererhöhungen zu Lasten der kleinen und mittelständischen Betriebe sowie der einfachen Leuten gehen. Außerdem müsse die Regierung in der aktuellen Tourismuskrise helfen.

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„Wir verstehen nicht, dass der Cabildo nicht handelt, wenn der Tourismus auf Fuerteventura im September fünfmal stärker fallen wird, als der des gesamten Archipels“, sagte Enseñat. Die Regierung der Kanarischen Inseln müsse auf Fuerteventura investieren, erklärte der Politiker: „Wir fordern von der höchsten Institution eine Antwort für die fast 8900 arbeitslosen Menschen auf Fuerteventura“.

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Gemeinde auf Teneriffa nimmt ihr Glück selbst in die Hand

Tatsächlich steigt die Arbeitslosigkeit auf Fuerteventura seit etwa einem Jahr stark. In der gleichen Zeit sank die Zahl der Touristen merklich. Ein Stück weiter westlich, auf Teneriffa, beginnt die Gemeinde Arona inzwischen in Eigenregie eine große Werbekampagne. Dort wolle man sich nicht auf die Insel-Politik verlassen, hieß es.

Unsicherheiten im Tourismusmarkt, ein drohender ungeregelter Brexit, Rezession in typischen Tourismus-Märkten sowie die erneut aufstrebende Stärke von Konkurrenz-Destinationen wie der Türkei oder Ägypten seien die Gründe dafür, dass die Gemeinde im Süden Teneriffas ihr Glück nun selbst in die Hand nehmen müsse, hieß es aus Kreisen der lokalen Politik.

Der Druck auf den Tourismus-Markt der Kanaren steigt inzwischen wieder in Richtung des Niveaus rund um die Wirtschaftskrise ab den späten 2000er-Jahren. Und die Inseln geraten dabei in eine noch stärkere Konkurrenz-Situation untereinander. Für die Regierung der Kanarischen Inseln wird die nun beginnende Wintersaison zum Gradmesser. Spätestens im Anschluss an diese Hauptreisezeit dürfte die Positionsbestimmung der einst so glorreichen Urlaubsdestination abgeschlossen sein.

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