Corona-Antigen-Tests: Kanaren wollen Touristen die Einreise erleichtern


Die Regierung der Kanarischen Inseln intensiviert die Gespräche mit Madrid, um weitere Test-Möglichkeiten zuzulassen. Derzeit müssen alle Einreisenden einen negativen PCR-Test vorgelegen. Das stellt viele potenzielle Urlauber vor Probleme.

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Britische Touristen haben lange auf den Mittwoch gewartet. Nachdem im Königreich zum 5. November der zweite Lockdown in Kraft trat, darf seit dem 2. Dezember wieder gereist werden. Genau wie in Großbritannien warten auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele Menschen darauf, die Kanarischen Inseln zu besuchen. Doch die derzeitige Corona-Test-Regelung hindert sie. Die Kanarische Regierung reagiert nun.

Antigen-Tests sind schnell durchgeführt und dabei verhältnismäßig günstig. Doch die spanische Zentralregierung verbietet dieser Art des Gesundheitsnachweises in der aktuellen Covid-19-Krise. Die Exekutive der Kanarischen Inseln drängt daher darauf, Antigen-Tests zuzulassen. Das Ergebnis dieser Corona-Tests liegt binnen Stunden vor. Da die Tests jedoch unter bestimmten Umständen unzuverlässig sein können, schließt Madrid eine Zulassung bisher aus.

Auf dem europäischen Festland wird es aufgrund der zweiten Covid-19-Welle hingegen immer schwieriger, einen PCR-Test zu touristischen Zwecken zu bekommen. Viele Labore sind bereits mit Tests aus medizinischen Gründen überfordert. Zudem darf der Test bei Einreise nicht älter als 72 Stunden sein und das negative Ergebnis muss beim Betreten des spanischen Hoheitsgebiets in englischer oder spanischer Sprache vorliegen. Immer mehr Labore benötigen jedoch länger als diese drei Tage, um überhaupt ein deutschsprachiges Ergebnis vorzulegen. Das treibt Touristen aus vielen Ländern zur Stornierung ihrer geplanten Kanaren-Reise.

Die Hoteliers des Archipels üben nun Druck auf die regionale Politik aus, die diesen nach Madrid weiterreichen möchte. Die spanische Zentralregierung hatte wiederum über Tourismusministerin Reyes Maroto beim G-20-Tourismusgipfel in La Palma vergangene Woche gefordert, international einheitliche Regelungen für Reisen mindestens zwischen den EU-Ländern zu verhängen. Im Anschluss wurde es um das Thema allerdings wieder ruhig.

Nach Ansicht der kanarischen Hoteliers sogar zu ruhig. Sie drohen der kanarischen Regierung nun mit Demonstrationen, wenn die Einreise auf die Inseln nicht vereinfacht würde. Während auf der Tourismuskonferenz noch über den internationalen Wiederaufbau der Branche und eine Neuausrichtung zu nachhaltigerem Tourismus diskutiert wurde, bangen die kanarischen Hoteliers größtenteils ums Überleben.

Hoteliers: „PCR-Test für Kanaren-Urlaub ist ein Witz“

In einem offenen Brief bezeichneten die regionalen Hoteliers die aktuelle Regelung als einen „Witz für alle Reisenden und für die Kanarischen Inseln“. Sie forderten die regionale Regierung nun dazu auf, die eigenen Befugnisse so weit wie möglich auszureizen, um andere Arten der Tests zuzulassen. Damit solle der wichtigste Wirtschaftsmotor des Archipels best- und schnellstmöglich reaktiviert werden.

Die kanarische Regierung um Präsident Ángel Víctor Torres bevorzugt weiterhin eine gemeinsame Lösung mit Madrid. Dennoch hieß es von dort aus inzwischen kämpferisch, dass man notfalls ausscheren und einen eigenen Weg verabschieden wolle.

Die Erfahrungen, die während den rund zwei Wochen gesammelt wurden, als die Kanarischen Inseln Schnelltests bei Einreise in die Hotels der Inseln gefordert hatten, seien positiv gewesen. Aus diesem Grund vertraue man auf die alternative Testung. Auf einer für Donnerstag angesetzten Sitzung solle das Thema daher erneut vertieft werden.

Ein Sprecher der Regierung der Kanarischen Inseln erklärte nun, dass die „Gespräche geführt und intensiviert werden“, um eine Einigung zu erzielen, die dann alle Reisenden gleichermaßen umfasst, die den Archipel besuchen.

Corona-Tests für Kanaren-Urlauber: Das sind die Regeln

Bisher müssen nur Personen einen negativen PCR-Test nachweisen, die laut EU-Definition aus einem Risiko-Gebiet auf die Kanarischen Inseln reisen. Die Definition gilt jedoch als streng und gleichzeitig undurchsichtig. Zudem sind die Preise für PCR-Tests europaweit unterschiedlich hoch. In einigen Ländern kostet ein Test bis zu 200 Euro. Wenn er zu touristischen Zwecken überhaupt durchgeführt wird, entstehen einer vierköpfigen Familie entsprechend Reise-Zusatzkosten von bis zu 800 Euro, was einen Kanaren-Urlaub oftmals verhindert.

Bis zu einer möglichen Neuregelung müssen weiterhin alle Touristen aus Risikogebieten einen negativen PCR-Test einplanen. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie jetzt hier bei uns:

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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