Hohe Mietpreise: Illegaler Bau auf den Kanaren boomt – das sind die Strafen


Landwirtschaftliche Flächen werden illegal bebaut. Oft sollen Tatsachen geschaffen werden. In anderen Fällen werden bewusst Touristen getäuscht. Sie glauben, ein Schnäppchen zu erhaschen. Die Politik warnt vor teils drastischen Strafen.

Lesedauer: 2 Min.

Not macht erfinderisch. Das Motto soll motivieren. Wo kein Weg absehbar scheint, wird einer geschaffen. In der Nachkriegszeit sind so ganze Städte neu errichtet worden. Doch inzwischen gibt es klare Regelungen. Wer diese zu beugen versucht, muss künftig mit Strafen rechnen.

Mit dieser Drohung gehen immer mehr Rathäuser gegen illegale Bauten in ihren Gemeinden vor. Entstanden sind sie aus der Not heraus. Oder aus Profitgier. Denn seit die Mietpreise auf den Kanaren rasant in die Höhe schnellen, entstehen mehr und mehr nicht genehmigte Häuser in den Speckgürteln größerer Gemeinden.

Die Masche sieht vor, Tatsachen zu schaffen. Zunächst wird landwirtschaftlicher Grund zweckentfremdet, dann sollen die Häuser eingetragen werden. Früher funktionierte das oft. Doch inzwischen machen viele Gemeinden Jagd auf solche Schwarzbauten.

Aus den Rathäusern – insbesondere der größeren Gemeinden auf den Kanarischen Inseln – ist beim Thema illegaler Häuserbau Stöhnen zu vernehmen. Einige Bürgermeister sprechen von „enormer Besorgnis“. Denn in einigen Städten entstehen Dutzende Holzhäuser. Alternativ werden Container oder Wohnwagen so abgestellt, dass daraus dauerhafter Wohnraum werden kann.


Teneriffa News nahezu werbefrei und mit vielen Vorteilen lesen! Jetzt Angebot sichern!


Kanaren: Betrug mit falschem Bauland nimmt zu

Inzwischen gibt es sogar Gemeinden, die offen auf eine daraus resultierende Betrugsmasche hinweisen. Denn immer öfter wurden landwirtschaftliche Flächen so hochwertig umzäunt, dass Gebiete den Anschein machten, es handle sich um offizielles Bauland. Dann wurden die Grundstücke zum Verkauf angeboten.

Meist sind Menschen aus anderen Ländern auf diese Masche hereingefallen. Sie dachten, günstig ein Stück Bauland zu erwerben und dort ein Ferienhaus errichten zu können. Mit der Antragstellung folgte dann die Ernüchterung: Das erworbene Land taugte zum Gemüseanbau oder als Schrebergarten, nicht aber als Bauland.

Schwarzbau auf den Kanaren: Strafen bis 300.000 Euro

Wer dann ohne Genehmigung drauflos baute, kam in der Vergangenheit oft durch. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen es genügte, das fertige Haus zu zeigen, um eine nachträgliche Genehmigung zu erhalten. Dieser Masche jedoch sagen mehr und mehr Rathäuser den Kampf an.

Wer auf Flächen mit rein landwirtschaftlicher Zulassung Gebäude errichtet, muss inzwischen mit der Eröffnung eines Verfahrens rechnen. In besonders schweren Fällen drohen Strafen von bis zu 300.000 Euro. Hinzu kommt der Abriss des illegal errichteten Gebäudes.

Kanaren wollen Schwarzbauten jagen

Wer ein Grundstück in Bauland umwandeln möchte, muss dafür einen Antrag stellen. Geprüft wird dann, ob der Platz ausreicht, um eine Infrastruktur wie Kanalisation und Zufahrtsstraßen zu errichten. Und ob dies im Kontext des Gemeinwohls sinnvoll ist. Wer diesen Prozess abkürzen oder gar erzwingen möchte, wird es in Zukunft schwer haben. Das kündigte das Ministerium für ökologischen Wandel und Raumplanung an. Man werde die Jagd auf Schwarzbauten in Zukunft verschärfen, heißt es dort kämpferisch.

Sehen Sie jetzt:
Straßenbau-Großprojekte: Teneriffa arbeitet historische Versäumnisse ab
Straßenbau-Großprojekte: Teneriffa arbeitet historische Versäumnisse ab

Mehr aktuelle Nachrichten finden Sie jetzt hier bei uns.

Nicht verpassen:
Bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter und bleiben Sie stets up to date!


Über den Text

Hohe Mietpreise: Illegaler Bau auf den Kanaren boomt – das sind die Strafen

wurde veröffentlicht in: Aktuelles, El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, Kanaren, La Gomera, La Graciosa, La Palma, Lanzarote, Teneriffa, Teneriffa Süd

Beitrag teilen:
Über den Autor
Teneriffa News Logo 512x512

Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

Ihre Meinung

Kommentare zu:

Hohe Mietpreise: Illegaler Bau auf den Kanaren boomt – das sind die Strafen

Als Abonnent können Sie unsere Beiträge kommentieren. Hier finden Sie unsere Abos. Wenn Sie bereits Abonnent sind, können Sie sich hier einloggen.