Kanaren-Flüge: Ryanair streicht 50.000 Sitze


Der irische Billigflieger Ryanair hat im Januar 50.000 Flugsitze gestrichen. Damit reagiert das Unternehmen auf den coronabedingten Reise-Rückgang. Aus Deutschland sei die Nachfrage stabil, hieß es. Das sind die Aussichten der Kanarischen Inseln für das erste Quartal.

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Ryanair ist für seinen restriktiven Kurs bekannt. Was sich nicht refinanziert, wird eingestellt. Damit schafft es das Unternehmen regelmäßig, Kunden und Mitarbeiter zu verärgern. Die Unternehmens-Bilanz bleibt so hingegen auch in schwierigen Zeiten oft auf Kurs. Was Ryanair plant, womit die Kanaren rechnen und wie es auf dem deutschen Markt aussieht.

Als Reaktion auf die restriktiven Reisebeschränkungen in Großbritannien hat Ryanair nun eine drastische Maßnahme angekündigt. Nach den Vorgaben der Regierung von Boris Johnson war schnell gemutmaßt worden, dass sich kaum noch Briten auf den Weg in den Urlaub begeben würden.

Für die Kanaren bedeutete das einen herben Rückschlag. Immerhin ist Großbritannien der wichtigste Markt für den Archipel im Atlantischen Ozean. Tests vor und nach der Reise sowie eine obligatorische Quarantäne hatten Urlaub für die meisten Briten jedoch unerschwinglich und kaum abbildbar gemacht.

In der Folge reagierte Ryanair nun damit, 50.000 Flugsitze zu streichen. Die Maßnahme ist zunächst für den Januar geplant. Im Februar und März soll die Lage neu bewertet werden.

Die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla sprach in dieser Woche vom „offensichtlichen Schaden“, den die Maßnahmen Großbritanniens für die Hochsaison des Archipels verursacht hätten. Durch die Vorgaben waren in den für die Inseln wichtigen Wintermonaten kaum Touristen aus Großbritannien angereist.

Kanaren-Flüge: Steigerung im März denkbar

Im Vergleich zum Jahr 2019 liegen die Flugsitze nach der Entscheidung im negativen Bereich. Damals waren knapp 400.000 Sitze von Großbritannien aus auf die Kanaren angeboten worden. In diesem Jahr sind es Hochrechnungen zufolge 360.000. Es fehlt damit genau das nun von Ryanair gekürzte Kontingent.

Allerdings bleiben die Prognosen für Februar und März positiv. Gesetzt den Fall, dass es keine weiteren Kürzungen gibt, würde dann mehr Touristen ein Flug-Angebot auf die Kanaren gemacht als vor der Pandemie. Im Februar sei die Zahl mit knapp 410.000 Sitzen noch ausgeglichen, für März liege man dann mit gut 471.000 um 45.500 Sitze oberhalb des damaligen Wertes.

Deutsche Kanaren-Touristen „haben wohl keine Angst“

Deutschland als zweitwichtigster Markt ist unterdessen stabil geblieben. Auch die Maßnahmen Großbritanniens oder die Erklärung Spaniens zum Hochrisikogebiet hatten keine Auswirkungen auf Buchungen aus der Bundesrepublik. „Es scheint, dass die Geimpften ihre Angst vor der Pandemie verlieren und keine Sorge mehr haben, an zuverlässige Orte wie die Kanaren zu reisen“, sagte Castilla.

Die übrigen Reisemärkte weisen nach Angaben des Tourismusministeriums einen Wachstumskurs auf. Allerdings bleibe eine Ungewissheit durch die aktuell kaum überblickbaren Entwicklungen, heißt es.

Urlauber aus Skandinavien wegen Norwegian-Schieflage fraglich

Zudem sei der skandinavische Markt derzeit unsicher, nachdem Norwegian in wirtschaftliche Schieflage geraten war und in der Folge viele Flugverbindungen einstellen musste.

Die Kanaren hätten dadurch einige im Winter traditionell starke Tourismus-Märkte verloren, hieß es. Schweden, Norwegen und auch Finnland hätten zuvor in den Wintermonaten regelmäßig Urlauber entsandt. Diese Planbarkeit fehle derzeit.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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