Meteorit schlägt nahe den Kanaren in den Atlantik ein


Nahe den Kanarischen Inseln ist ein Meteorit eingeschlagen. Experten gehen davon aus, dass er bis zu einem Meter groß gewesen sei. Kurze Zeit später gab es sogar einen Doppel-Feuerball am Himmel.

Lesedauer: 3 Minuten

Ein heller Blitz, dann ein lauter Knall: Nahe den Kanarischen Inseln ist am Mittwoch sehr wahrscheinlich ein Meteorit eingeschlagen. Das bestätigte das Institut für Astrophysik der Kanarischen Inseln.

Es gebe „eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit“, dass die von Zeugen beschriebenen Geräusche von „einem Meteor“ ausgelöst wurden, der „im Wasser aufschlug“. Das berichtet das IAC.

In diesem Fall sei es der erste Meteorit „in dieser Größe und mit diesen Eigenschaften, für den es konkrete Hinweise gibt“, teilte das IAC durch Astronom Miquel Serra mit. Als eines der „aufschlussreichsten Ereignisse“ dieses Phänomens gelte die Farbe. Serra sagte weiter, dass Zeugen übereinstimmend „von einem rötlich-grünen“ Feuerball sprechen.

Diese Farbe beschreibe „Sternenregen“ oder Sternschnuppen. Wäre das Phänomen durch „Fragmente oder Überreste von unkontrolliertem Weltraumschrott“ ausgelöst worden, so „würden diese Farben nicht in der Form entstehen“, fügte der Experte hinzu.

Größter überlieferter Meteoriten-Einschlag rund um die Kanaren

Laut Serra gebe es keine Erhebungen darüber, wie viele mögliche Meteoriten-Einschläge auf den Kanaren bereits verzeichnet wurden. Auch in den Überlieferungen gebe es keinerlei Hinweise, dass jemals etwas größeres registriert worden war. „Es ist der erste dieser Größe, für den wir Beweise haben.“

Aufgrund der Schilderungen geht das IAC davon aus, dass der Himmelskörper eine Größe von einem halben bis zu einem Meter hatte. Einschläge dieser Größenordnung passieren laut Serra weltweit nur alle fünf bis zehn Jahre.


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Dieser Umfang macht Himmelskörper insbesondere dann gefährlich, wenn sie auf Land treffen. Hätte der Meteorit eine der Kanarischen Inseln getroffen, wäre ein Krater mit 30 bis 40 Metern Durchmesser die Folge gewesen, hieß es weiter.

Atmosphäre schützt Erde vor vielen Einschlägen

Die Erde sei durch die Atmosphäre gut geschützt. Kleinere Fragmente verglühen beim Eintritt. So entstehen beispielsweise Sternschnuppen. Beim Eintreten von Himmelskörpern dieser Größe in die Erdatmosphäre, entstehe allerdings ein anderer Effekt. Denn die Atmosphäre erzeugt dann eine Druckwelle. Diese könne Fensterscheiben zersplittern lassen. Bei größeren Himmelskörpern könnten sogar ganze Häuser von ihr zum Einsturz gebracht werden.

Serra geht davon aus, dass der Himmelskörper beim Aufschlagen auf der Meeresoberfläche zerstört wurde. Auch daher werde es keine Expedition geben – zumindest nicht mit öffentlichen Geldern. Sollten hingegen private Expeditionen gestartet werden und Gesteinsteile übrig geblieben sein, so könnten diese aufgrund der Beschaffenheit leicht von anderem Gestein auf dem Meeresgrund unterschieden werden. Zudem würde es auch Einschlag-Spuren geben, die den Fundort kennzeichnen.

Riesen-Sternschnuppen: Doppel-Feuerball über den Kanaren entdeckt

Kurze Zeit später veröffentlichte das Spanische Meteoriten-Netzwerk die Aufnahme eines Doppel-Feuerballs über den Kanaren:

Ramón López ist Feuerwehrmann und Hobby-Astronom auf Lanzarote. Er hatte den Doppel-Feuerball ebenfalls beobachtet. Auch den großen Meteoriten am Mittwoch hatte López mit seinen Kameras eingefangen. López und Serra sind sich einig, dass es keinen Zusammenhang zwischen beiden Beobachtungen gebe. Zudem berichtet López von häufigen Beobachtungen dieser Art. Ein Meteorit dieser Größe ist hingegen auch für ihn neu.

Laut dem Spanischen Meteoriten-Netzwerk gebe es auf spanischem Boden etwa im Jahrestakt Einschläge von Sternen-Fragmenten mit mehr als einem Kilogramm Gewicht. Einen Einschlag dieser Größe rund um die Kanaren habe jedoch auch das Netzwerk bislang nicht beobachtet.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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