Politik will Zahl der Kanaren-Touristen beschränken

Mit einem Interview hat der Präsident der Kanarischen Inseln für Wirbel gesorgt. Fernando Clavijo (CC) erklärte darin, die Zahl der Touristen, die die Kanarischen Inseln besuchen, beschränken zu wollen. Konkret gehe es um All-Inclusive-Tourismus, der dem Politiker ein Dorn im Auge sei. Ein kurzfristiger Wandel erscheint jedoch unrealistisch.

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Aus Umweltgründen und der Wirtschaft wegen sei diese Art von Tourismus nicht blind zu befürworten, erklärt der neu gewählte Kanaren-Präsident in dem Gespräch, und kritisiert die stetig wachsende Zahl von Besuchern der Kanarischen Inseln. Es sei nicht hilfreich, wenn die Kanaren 20 Millionen Gäste verzeichneten, diese dann aber die Vielfalt der Angebote nicht nutzten, heißt es weiter.

Mit dieser Ansicht spricht der Kanarenpräsident besonders Gastronomen aus der Seele. Diese beschweren sich seit Jahren über die wachsende Zahl von Rundum-Angeboten, die für leere Restaurants und Einkaufsstraßenn in den Ballungsgebieten sorgen. Touristen würden nicht mehr gereizt, die Hotelanlagen zu verlassen und Geld für lokale Angebote auszugeben, heißt es.

Kurzfristiger Wandel im Kanaren-Tourismus ist unrealistisch

Auch der Umwelt-Aspekt sei laut Expertenmeinung nicht von der Hand zu weisen. Bei All-Inclusive-Angeboten seien beispielsweise verstärkt Einweg-Becher in Verwendung. In Summe entstünde eine zusätzliche Menge an Abfall, die bisher an keiner anderen Stelle kompensiert würde. Um die Seiteneffekte für Umwelt und Wirtschaft zu beseitigen, sei eine Beschränkung der Touristen die einzige Möglichkeit, folgert Clavijo.

Tourismus-Experten sehen dies differenzierter und rechnen nicht mit einem politischen Alleingang des Kanaren-Präsidenten. Die Diskussion um All-Inclusive-Angebote und das langjährige Streben nach mehr Touristen um jeden Preis könne dagegen schon in Kürze verstärkt geführt werden.

Da sich in den vergangenen Jahren ein Großteil des Tourismus auf diese Art von Urlaub eingestellt und Hotelanlagen entsprechen neu erreichtet oder aufwändig umgebaut hat, gilt ein kurzfristiger Wandel derzeit jedoch zumindest als unrealistisch.

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Veröffentlicht in: Kanaren, Aktuelle Nachrichten

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