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Umwelt-Minister: Klimawandel macht Kanaren zu kargen Wüsten-Inseln


Das Umweltministerium der Kanarischen Inseln macht Naturliebhabern wenig Hoffnung. Einer Prognose zufolge wird in Zukunft nur noch eine Insel grün bleiben. Das sind die Einzelheiten.

Lesedauer: 3 Minuten

Schon in der zweiten Hälfte des aktuellen Jahrhunderts werden die Kanarischen Inseln ihr Grün verlieren. Das besagt eine Prognose des Umweltministeriums. Demnach wird nur eine Insel ihre Eigenschaften behalten.

Wie der Minister für den ökologischen Wandel auf den Kanarischen Inseln prognostiziert, wird all das nicht erst in einigen Jahrzehnten beginnen. José Antonio Valbuena sieht schon jetzt erste Anzeichen für Veränderungen.

Der Politiker warnt, dass der Klimawandel im Teide Nationalpark bereits absehbar ist. Die Kanarischen Inseln werden sich strukturell fast alle in eine Richtung verändern, die Lanzarote und Fuerteventura ähnelt. Die grünen Inseln im Westen der Kanaren werden also deutlich karger.

Als einzige Ausnahme sieht Valbuena die “Isla Bonita”. La Palma soll ihren Charakter bewahren können. Auf den anderen Kanarischen Inseln hingegen würden viele Pflanzen nach und nach verschwinden.

Kanaren: Regen-Menge bleibt gleich – doch sie fällt sintflutartiger

Diese drastischen Veränderungen führt der Umweltminister auf den sich verändernden Niederschlag zurück. Laut Valbuena werde dieser in der Menge etwa konstant bleiben. Doch es wird weniger Regentage geben. Fällt dann Niederschlag, geschehe dies wesentlich drastischer, so dass es zu mehr regenbedingten Überschwemmungen und Zerstörung komme.

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Die Grundwasser-Spiegel und Stausee-Inhalte würden entsprechend absinken. Dadurch wird es sukzessive karger. Gegen Ende des Jahrhunderts werde es einen deutlichen Rückgang des allgemeinen Grüns auf den Kanaren geben.

Diese düstere Prognose äußerte der Politiker im Rahmen eines großen Umwelt-Forums im Hotel Santa Catalina in Las Palmas de Gran Canaria. Dort ging es neben allgemeinen Auswirkungen durch den Klimawandel auch um konkrete Etappenziele auf dem Weg zum Ende fossiler Brennstoffe bis 2040.

Klimawandel beschert den Kanaren wirtschaftliche Einbußen

Laut dem Experten-Forum werde die Klimakrise nicht nur in der Landschaft zu sehen sein. Wüstenbildung sei zwar eine deutlich sichtbare Auswirkung, doch auch wirtschaftlich müsse sich der Archipel auf harte Zeiten vorbereiten.

Die Infrastrukturen und die Lebensweise eines Teils der Bevölkerung müsse sich zwangsläufig ändern. So werde allein der Anstieg des Meeresspiegels dazu führen, dass etwa jeder zehnte Anwohner der in Küstennähe lebenden Bevölkerung ins Landesinnere umgesiedelt werden müsse. Gleiches gelte für Einrichtungen an den Küstenlinien der Inseln.

Tourismus wird vom Klimawandel eingeschränkt

In Zahlen bedeute dies, dass etwa elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Kanaren aufgrund der einhergehenden Auswirkungen auf den Tourismussektor verloren gehen könnten. Auch die Hälfte der aktuellen Strände könnte in Folge des Klimawandels vom Meer verschlungen werden.

Die Flughäfen von Lanzarote und Fuerteventura müssten früher oder später von ihren aktuellen Standorten verlegt werden. Aus diesem Grund appelliert Valbuena an die Politik, dass schon heute für die zweite Hälfte des Jahrhunderts geplant werden müsse. Noch hätten die Kanarischen Inseln Zeit, sich vorzubereiten. Doch dazu benötige es eine Politik des Weitblicks.

In diesem Jahr finden auf den Kanarischen Inseln gleich drei Wahlen statt. Anstelle leichter Wahlversprechen legt Valbuena die Messlatte unter anderem für seine PSOE entsprechend hoch.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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