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Kanaren: Hohes Schmerzensgeld nach schwerem Kunstfehler

Ein Krankenhaus auf den Kanarischen Inseln muss nach einem schweren Kunstfehler ein hohes Schmerzensgeld entrichten. Das war geschehen.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Ein Fall, der auch zehn Jahre später noch erschüttert: Ein zweijähriger Junge aus La Gomera wird mit diffusen, aber alarmierenden Symptomen ins Krankenhaus gebracht. Statt rascher Hilfe folgen sechs Stunden Warten. Erst als sich sein Zustand dramatisch zuspitzt, wird ein CT durchgeführt. Es zeigt eine massive Hirnblutung.

Was danach geschah, liest sich wie ein Wettlauf gegen die Zeit: Per Hubschrauber wird das Kind nach Teneriffa verlegt. Dort folgt eine sofortige Notoperation. Im Anschluss müssen die Eltern auf der Intensivstation am Bett des Jungen warten.

Das Kind überlebt, allerdings mit bleibenden Schäden. Erst ein Jahrzehnt später hat ein Expertenrat jetzt ein Urteil gegen das Hospital Nuestra Señora de Guadalupe gefällt:

Gutachten bestätigt falsche Behandlung eines Zweijährigen auf La Gomera

Die Gutachter halten fest, dass die Versorgung nicht dem entsprach, was ein Kind mit schwerer Hämophilie zwingend gebraucht hätte. Warnzeichen wurden übersehen, Untersuchungen verzögert und Risiken unterschätzt. Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt eine diagnostische Lücke, die das Leben des Jungen unnötig in Gefahr gebracht habe.

Zwar sei nicht zu garantieren, dass ein früheres Eingreifen alle Folgen verhindert hätte. Dennoch stehe fest, dass dem kleinen Patienten die Chance auf ein besseres Ergebnis genommen wurde. Darauf basiert nun der Anspruch der Familie. Und der fällt deutlich höher aus, als es die Behörden zunächst angeboten hatten.

Bis zu 56.000 Euro Entschädigung nach Behandlungsfehler in Kanaren-Krankenhaus

Der Rat listete auf, welche Schäden anzuerkennen sind: neurologische Einschränkungen, ästhetische Folgen, langwierige Krankenhausaufenthalte und psychologische Folgen – sowohl beim Kind als auch bei den Eltern.

Der Rat kommt auf eine Summe von rund 56.000 Euro. Zugleich wird die Chance, dass der Patient auch bei schnellerem Eingreifen bleibende Schäden davongetragen habe, auf etwa 40 Prozent taxiert. Sollte die Summe an diese Rate angepasst werden, würde die reduzierte Entschädigung noch immer in etwa das Dreifache dessen umfassen, was der Familie ursprünglich angeboten wurde.


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Kanaren: Hohes Schmerzensgeld nach schwerem Kunstfehler

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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