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Mittwoch, 8. Juli 2026
Lanzarote

Lanzarote: 122 Migranten von einem Schlauchboot gerettet

Drei Boote mit 148 Migranten sind in einer einzigen Nacht auf Lanzarote angekommen. Eines trug 122 Menschen, mehr als je zuvor auf einem Schlauchboot auf der Route gesehen wurden. Inselpräsident Oswaldo Betancort fordert staatliche Überwachungstechnik.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Ein Schlauchboot mit 122 Menschen an Bord erreichte in der Nacht zu Mittwoch die Küste von Lanzarote.
  • In derselben Nacht kamen drei Boote mit zusammen 148 Migranten an, mehrere Insassen mussten ins Krankenhaus.
  • Inselpräsident Oswaldo Betancort forderte die Zentralregierung auf, das Überwachungssystem SIVE auf Lanzarote zu aktivieren.
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Ein Schlauchboot mit 122 Menschen an Bord hat in der Nacht zu Mittwoch die Küste von Lanzarote erreicht. Die Inselverwaltung von Lanzarote und La Graciosa bezeichnete das Boot als Ereignis ohne Präzedenz, da noch nie so viele Menschen auf einem einzigen dieser Boote an ihr Ziel transportiert worden seien.

Insgesamt kamen in dieser Nacht drei Boote mit 148 Migranten an. Die Besatzung der Salvamar Al Nair rettete das überfüllte Schlauchboot rund 72 Kilometer vor Arrecife. Nach Angaben der Seenotrettung befanden sich darauf 101 Männer, neun Frauen und zwölf Minderjährige. Einzelne Quellen sprachen von 123 Insassen. Das Boot war von Tan-Tan in Marokko aus gestartet.

Gegen 1.15 Uhr landeten die Geretteten im Hafen von Arrecife an. Viele der Flüchtlinge und Migranten zeigten deutliche Anzeichen von Erschöpfung, Dehydrierung und Unwohlsein, mehrere Insassen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein zweites Boot mit ähnlichen Merkmalen und einer vergleichbaren Zahl an Insassen wurde von der marokkanischen Marine geborgen.

Größte Schlauchboot-Belegung auf Kanaren-Route

Auf der Kanaren-Route wurden bislang typischerweise 75 bis 80 Menschen auf solchen Booten transportiert. Ruhige See begünstigte die Überfahrten von der marokkanischen und der westsaharauischen Küste laut kanarischen Behörden. Die Notfalldienste waren über weitere Boote in Küstennähe alarmiert.



Das dritte Boot, eine hölzerne Patera, erreichte gegen 3 Uhr aus eigener Kraft die Küste von Arrieta im Gemeindegebiet von Haría. An Bord waren 28 Menschen, darunter mehrere Frauen und Minderjährige.

Lanzarotes Inselpräsident Oswaldo Betancort forderte die spanische Zentralregierung erneut dazu auf, das Sistema Integrado de Vigilancia Exterior (SIVE) auf Lanzarote zu aktivieren. Das von der Guardia Civil betriebene System nutzt Radar, Kameras und Sensoren, um Boote zu erkennen und die Küsten zu überwachen. Die Inselverwaltung sieht darin eine Möglichkeit, Migranten-Boote auf der Atlantik-Route früher zu orten und die Rettungseinsätze besser zu koordinieren.

„Lanzarote hält an seinem humanitären Engagement für Migranten fest, doch die Reaktion kann sich nicht allein auf die Ressourcen der Insel beschränken“, sagte Betancort nach den Ereignissen. Der Inselpräsident verwies auf den konstanten Druck, unter dem die Dienste der Insel durch den anhaltenden Zustrom stünden, und bedauerte, dass die atlantische Route weiterhin das Leben hunderter Menschen gefährde.

Marci Acuña, Wohlfahrts- und Inklusionsrat der Inselverwaltung, sagte, man habe die Zentralregierung bereits zahlreiche Male auf die Notwendigkeit einer dauerhaften SIVE-Aktivierung hingewiesen. Neben dem Überwachungssystem fordert die Inselverwaltung eine koordinierte Strategie aller Verwaltungsebenen sowie ausreichende materielle, finanzielle und technische Mittel des Staates.

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