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Nach Tod einer 13-Jährigen: Teneriffa will Ruine von Añaza enteignen und abreißen

Zunächst muss sie enteignet werden, dann soll der Abriss folgen. Das ist die Behörden-Posse zur Ruine von Añaza auf Teneriffa.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 1 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Die seit 1973 leerstehende Hotel-Ruine in Añaza auf Teneriffa soll enteignet und abgerissen werden, nachdem eine 13-Jährige dort tödlich verunglückte.
  • Die Stadt muss zunächst die verschollenen deutschen Investoren über das Konsulat kontaktieren und ein komplexes Enteignungsverfahren durchlaufen.
  • Nach Abschluss der Enteignung und Grundbuchumschreibung kann der Abriss der Ruine mit 741 geplanten Zimmern genehmigt und ausgeschrieben werden.
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Nach dem Tod einer 13-Jährigen fordern Anwohner von Añaza auf Teneriffa, dass die seit 52 Jahren leerstehende Hotel-Ruine abgerissen wird. Die Stadt erklärte, dass das Enteignungsverfahren aufwendig sei. Es handle sich um ein „sehr komplexes und in Spanien einzigartiges Verfahren“.

Errichtet im Jahr 1973 steht die Ruine seither wie ein Mahnmal des früheren Bau-Booms an der Küste im Nordosten Teneriffas. Die Ruine sollte mehr als 40.000 Quadratmeter Wohnfläche mit luxuriöser Ausstattung schaffen. Doch anstelle der 741 Zimmer, hinterließen die Investoren nur eine Ruine. Sie verschwanden vor rund 52 Jahren und sind seither abgetaucht.

Geblieben ist das „Mamotreto de Añaza“, wie Anwohner den Schandfleck nennen. Vier tödliche Unfälle und ein Suizid später drängen die Nachbarn die Stadt nun dazu, umgehend zu handeln. Seit Jahren setzt sich die kommunale Politik für den Rückbau ein, außer Ankündigungen und Fototerminen geschah wenig. Bis jetzt:

Teneriffa plant Abriss der Ruine von Añaza

Die für Stadtplanung zuständige Zaida González (PP) teilte nun mit, dass eine Enteignung dieser Art in Spanien einzigartig sei. Das Problem: Die deutschen Investoren sind theoretisch weiterhin Eigner der Ruine. Gemeinsam mit dem Konsulat wird nun versucht, den Besitzern ein offizielles Schreiben zum Enteignungsprozess zukommen zu lassen. Sobald die Ruine im weiteren Prozess im Grundbuch auf die Stadt umgeschrieben wurde, sollen Taten folgen.

Laut Stadtplanungsamt sei das ein unverzichtbarer Schritt im Prozess hin zum Abriss. Laut Stadtverwaltung müsse die Enteignung abgeschlossen und die Stadt neue Eignerin des Grundstücks sein. Im Anschluss könne der Abriss genehmigt und ausgeschrieben werden. Ist dieses Verfahren beendet, könne die Ruine entfernt werden.

González verweist auf einen Zaun, der für die Zwischenzeit im Jahr 2018 um die Hotel-Ruine von Teneriffa herum errichtet wurde. Dennoch musste erst ein weiterer tragischer Unfall geschehen, bis erneut Bewegung in das Verfahren kam.


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Über den Autor

Nach Tod einer 13-Jährigen: Teneriffa will Ruine von Añaza enteignen und abreißen

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

Nach Tod einer 13-Jährigen: Teneriffa will Ruine von Añaza enteignen und abreißen


  1. Jan Gosch schrieb am

    Das wird ja auch mal Zeit. Aber nein, es muss immer erst etwas passieren. Und jetzt dauert es wahrscheinlich noch Mal fünf Jahre.

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