Nächster Blackout: Teneriffa wieder stundenlang ohne Strom


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Weniger als ein Jahr nach dem Komplett-Blackout ist es auf Teneriffa erneut zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Insel-Präsident Pedro Martín fordert Maßnahmen vom Energieversorger. Der ist noch mit einer Millionen-Klage für den vergangenen Stromausfall beschäftigt.

„Es ist eine Schande“, sagte der Präsident der Kanaren-Insel in seinem Resümee zum erneuten Stromausfall auf Teneriffa: „Wir haben das Recht, die Versorgung unserer Bürger zu garantieren.“ Doch um dies zu erreichen, müssten die Kriterien geändert werden. So dürfe der erneute Blackout nicht als „spezifisches Problem“ abgetan werden. Viel mehr müsse der Energieversorger das Netz endlich stabilisieren.

Genau wie beim totalen Stromausfall im September 2019 lag der Grund auch diesmal im Umspannwerk von Granadilla de Abona. Nach Angaben des Betreibers habe ein Generatorfehler zu dem Blackout geführt. Beim vergangenen Stromausfall war eine Explosion für die Probleme verantwortlich gemacht worden.

Teneriffas Präsident droht Energieversorger

Der sichtlich angefressene Martín sagte, dass „eine Sanktion von 30 Millionen wohl nicht ausreicht“. Mit dieser indirekten Drohung bezog sich der Politiker auf die Geldbuße, die nach dem vergangenen Stromausfall von der Regierung der Kanarischen Inseln vorgeschlagen wurde. Der Rechtsstreit dazu wird nach Experteneinschätzung lange dauern.

Martín kündigte diesmal nur indirekt eine Sanktion an und forderte stattdessen eine umfangreiche Prüfung des elektrischen Systems der Insel – verbunden mit einer Lösung der Probleme. Dies müsse ein Lerneffekt von fünf allgemeinen Stromausfällen in den vergangenen elf Jahren sein.

Stromversorgung auf Teneriffa: „Dürfen uns nicht daran gewöhnen müssen“

„Es ist notwendig, eine aktualisierte Diagnose zu erstellen.“ Er wolle „den Betreibern nicht nachlaufen müssen“, um erklärt zu bekommen, „was passiert ist“. Viel mehr müsse geklärt werden, welche Investitionen erforderlich sind und wann sie durchgeführt werden.

In der Vergangenheit „sind keine Entscheidungen getroffen worden und wir stehen jetzt vor den Konsequenzen“, fuhr Martín fort. Zudem sagte er, dass zwei der vier Generatorpunkte der Insel, in Arona und Guía de Isora, als provisorisch geplant worden und inzwischen seit mehr als 15 Jahren am Netz seien.

Auch der Minister für öffentliche Verwaltung, Justiz und Sicherheit der Kanarischen Inseln, Julio Pérez, spricht von „einem Mangel an Entscheidungen über die Energiezukunft“ Teneriffas. Zwar sei das Problem im Gegensatz zu dem, was im September 2019 geschah, deutlich schneller gelöst worden, dies jedoch „entschädigt uns nicht“ und daher „muss eine Entscheidung getroffen werden“, damit „wir uns nicht an solche Ereignisse gewöhnen müssen“.

Sieben Stunden Stromausfall auf Teneriffa

Unterdessen sagte der Minister für ökologischen Wandel, José Antonio Valbuena, dass sein Ressort bereits die Verwaltungsakte geöffnet habe, um nach den Verantwortlichkeiten zu suchen. Aus dieser Analyse würden sich später mögliche Sanktionen ableiten lassen.

Der Stromausfall war am Mittwoch um 9.40 Uhr aufgetreten. Die Techniker des Energieversorgers waren nach eigenen Angaben umgehend zum betroffenen Umspannwerk entsandt worden. Der Stromausfall dauerte sieben Stunden und hatte nahezu die gesamte Insel betroffen.

Alle Hintergründe zum vergangenen Stromausfall gibt es hier.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.