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Dienstag, 7. Juli 2026
Kanaren

Wer auf den Kanaren in Flip-Flops Auto fährt, riskiert saftige Strafen

Die Verkehrsbehörde warnt vor falscher Kleidung am Steuer. Es drohen bis zu 200 Euro Strafe. Auch Mietwagen-Fahrer auf den Kanaren sind betroffen.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Die spanische Verkehrsbehörde DGT warnt vor Flip-Flops und offenem Schuhwerk am Steuer.
  • Wer ohne festen Fersenhalt fährt, zahlt 200 Euro Bußgeld und verliert drei Punkte.
  • Auf Teneriffa sollen Wanderer und Kletterer in ungeeignetem Schuhwerk bei einer Rettung bis zu 1800 Euro zahlen.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Die spanische Verkehrsbehörde DGT hat vor dem Fahren mit Flip-Flops und offenem Schuhwerk gewarnt. Wer ohne festen Fersenhalt am Steuer erwischt wird, zahlt 200 Euro Bußgeld. Zusätzlich ziehen die Behörden drei Punkte ab. In Spanien hat jeder Autofahrer ein volles Punktekonto, von dem im Straffall Punkte abgezogen werden.

Anlass der Warnung ist die Sommersaison, unter anderem auf den Kanaren, in der offenes Schuhwerk wie Flip-Flops, Badelatschen und manche Sandalen-Typen weit verbreitet sind. Die DGT und die Guardia Civil begründen das Verbot mit der Sicherheit: Schuhe ohne Fersenriemen könnten sich zwischen Gas- und Bremspedal verhaken, verrutschen oder umknicken und so eine schnelle Reaktion im Notfall verhindern. Kontrollen führen sowohl die Guardia Civil als auch die Lokalpolizei durch.

Die Regelung gilt auch für Mietwagen-Fahrer und damit für viele Urlauber, die die Vorschrift nicht kennen. Ein ausdrückliches Verbot findet sich im spanischen Straßenverkehrsrecht allerdings nicht. Woraus die Behörden das Bußgeld dann ableiten, ist juristisch nicht unumstritten.

Kanaren: Interpretation der Verkehrsordnung verbietet Flip-Flops

Die spanische Straßenverkehrsordnung nennt Flip-Flops an keiner Stelle. Die Behörden stützen die Sanktion auf die Auslegung von drei grundlegenden Artikeln der Verordnung, die die freie Beweglichkeit von Beinen und Füßen am Steuer verlangen. Nach dieser Lesart gewährleisten Latschen ohne Fersenhalt diese Beweglichkeit nicht.



Einige Juristen halten die Sanktion daher für angreifbar. Bußgelder auf Basis allgemeiner Auslegungen könnten gegen das Bestimmtheitsgebot verstoßen, das eine detaillierte gesetzliche Beschreibung verbotener Verhaltensweisen fordert. In der Verwaltungspraxis bleibt die Sanktion dennoch eindeutig. Die Verkehrsbehörde empfiehlt daher, im Fahrzeug stets geschlossenes und flexibles Schuhwerk zu tragen und Latschen erst beim Aussteigen anzuziehen.

Auch beim Wandern auf Teneriffa droht Strafe für falsches Schuhwerk

Nicht nur am Steuer wird ungeeignetes Schuhwerk auf den Kanaren teuer. Auf den Inseln gibt es einen Vorstoß zu Strafen für Wandern in Flip-Flops. Wer entsprechend bekleidet eine Rettung benötigt, soll nach den Plänen der Inselverwaltung bis zu 1800 Euro zahlen. Der Betrag setzt sich aus 1200 Euro Bergungsgebühr und bis zu 600 Euro Geldstrafe zusammen. Er gilt auch für Kletterer in kurzer Hose, die am Berg in Not geraten. Damit steht offenes und ungeeignetes Schuhwerk auf den Inseln gleich in zwei Fällen unter Sanktion.

Kommentare (1)
  • RK Ralf Korten 04.07.2026

    Es wird immer subtiler und abstoßender. Immer mehr Regeln, immer mehr Strafen, die kaum noch jemand nachhalten kann. Überregulierung nennt man das. Deutschland ist das beste Beispiel für diese Form staatlicher Bevormundung.

    Und es hat System: Man macht die Lebensbereiche mit Vorschriften derart kompliziert, dass bei Kontrollen mit Sicherheit irgendetwas hängen bleibt. Und das Abarbeiten sanktionierter Sachverhalte, bei dem der Betreffende berechtigterweise Rechtsmittel einlegt, werden künstlich in die Länge gezogen und bei Kritik mit Personalknappheit begründet.

    Diese staatlichen Regeln werden regelmäßig mit Sicherheit und Umweltschutz begründet, haben aber nur einen einzigen Sinn: dem Bürger, egal welcher Nationalität, das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Wohin das auf den Kanaren führt und wie es endet, wissen wir. Die Touristen, die eine feine Nase für solches Vorgehen haben, suchen sich über kurz oder lang andere Urlaubsziele und die Einheimischen werden immer genervter.

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